Erstmals seit 2023

US-Notenbank trotzt Trump: Leitzinsen erhöht

Wirtschaft
16.09.2026 20:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die US-Notenbank hat erstmals seit 2023 ihre Leitzinsen wieder erhöht. Die Zinsspanne steige um 0,25 Prozentpunkte, wie die Fed am Mittwoch in Washington bekannt gab.

Die Entscheidung werde eine schnellere Rückkehr zum Zwei-Prozent-Inflationsziel der Fed unterstützen, teilte Fed-Chef Kevin Warsh in einer Pressekonferenz mit. Mit der Straffung gerät er auf Konfrontationskurs mit Donald Trump, nachdem die Fed seit Monaten nichts geändert hatte und die Forderungen des US-Präsidenten nach niedrigeren Zinsen wirkungslos geblieben waren.

Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung der Leitzinssätze von Fed und EZB seit Juli 2022. Der Zinssatz der Fed steigt bis Mitte 2023 auf über 5 % und sinkt danach wieder ab. Zuletzt hat die Fed die Leitzinsen wieder auf 3,75 bis 4,00 % angehoben. Der Zinssatz der EZB steigt bis Mitte 2023 auf 4 % und fällt danach. Auch hier erfolgte zuletzt eine neuerliche Anhebung auf 2,5 %. Quelle: APA.

Fed-Chef betont Unabhängigkeit seiner Bank
Darauf angesprochen wich Warsh aus. „Die heutige Entscheidung war richtig, um den Auftrag des Kongresses zur Gewährleistung stabiler Preise zu erfüllen“, sagte er und fügte später noch hinzu: „Zur Unabhängigkeit der Federal Reserve gehört auch, dass wir uns auf unser Fachgebiet konzentrieren.“

Wie Trump mit standhaften Personen verfährt, zeigte sich bereits an seinem Umgang mit dem früheren Fed-Chef Jerome Powell und der Fed-Vorständin Lisa Cook. Powell geriet unter Trumps regelmäßigem Beschuss aus Beleidigungen und Rücktrittsforderungen, zudem ermittelte die Bezirksstaatsanwältin und Trump-Vertraute Jeanine Pirro gegen Powell wegen angeblich ausufernder Kosten einer Renovierung.

Hartnäckige Inflation, weitere Zinssprünge erwartet
Die Jahresinflationsrate verharrte im August mit 3,4 Prozent deutlich über dem Ziel der US-Notenbank Fed von zwei Prozent. Getrieben wird die Inflation vor allem durch höhere Energiepreise. Eine Trendwende ist angesichts der jüngsten Zuspitzung der Lage im Nahen Osten nicht in Sicht. Im September haben sich die Energiepreise nochmals deutlich verteuert. Auch die immer noch robuste US-Konjunktur spricht für eine Anhebung. Zudem entwickelte sich der Arbeitsmarkt im August besser als erwartet. Angesichts der aktuellen Inflation rechnen die Fed-Mitglieder mit einer weiteren Erhöhung noch in diesem Jahr.

Vor knapp einer Woche hatte die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts der wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Teuerung ihren Leitzins erhöht, bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Die Notenbank hob den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent an.

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