Gleiches Produkt, gleicher Hersteller, aber teurer: Pflaster, Gesichtswasser, Taschentücher & Co. kosten hierzulande bis zu 133 Prozent mehr als in Deutschland, wie ein Preisabgleich der Arbeiterkammer zeigt. Die SPÖ verlangt: „Der Österreich-Aufschlag gehört abgeschafft.“
Für einen Einkaufskorb mit 97 verglichenen, identen Drogeriewaren zahlen Konsumenten in den deutschen Online-Märkten durchschnittlich knapp 439 Euro, in Österreich durchschnittlich rund 536 Euro. Die Produkte sind bei uns somit im direkten Vergleich um 22 Prozent teurer.
Rund 86 Prozent (83 von 97) der verglichenen Drogerieprodukte im Preismonitor der Arbeiterkammer (AK) kosten in Österreich im Schnitt mehr als in Deutschland, zwölf waren preiswerter und zwei kosten gleich viel.
Grafik: So viel mehr kosten ein und dasselbe Pflaster, Gesichtswasser, Zahnpasta, Taschentücher & Co. (Durchschnittspreise)
Die größte festgestellte Preisdifferenz betrug rund 133 Prozent. So kosteten etwa 20 Stück Sensitive Strips von Hansaplast in Deutschland durchschnittlich 2,47 Euro, in Österreich jedoch im Schnitt 5,75 Euro (plus 132,6 Prozent).
200 Milliliter Hautklar-Gesichtswasser von Garnier kosteten in Deutschlands Online-Märkten durchschnittlich 2,67 Euro, in Österreich 5,86 Euro, also um 119,3 Prozent mehr. 200 Milliliter Bodymilk von Sebamed kosteten in Österreich im Durchschnitt um 95,2 Prozent mehr als in Deutschland (Durchschnitt Österreich: 7,45 Euro, Deutschland: 3,81 Euro).
SPÖ sieht „unfaire Praxis“
„Der Österreich-Aufschlag gehört endlich abgeschafft. Die EU-Kommission muss endlich in die Gänge kommen und dieser unfairen Praxis der Konzerne einen Riegel vorschieben!“, so SPÖ-Klubvize Julia Herr über die aktuellen Ergebnisse.
„Wollen nicht mehr länger warten“
„Dass sich internationale Handelskonzerne auf Kosten Österreichs bereichern, muss endlich ein Ende haben. Österreich muss in Brüssel hart bleiben und Druck machen. Die Kommission muss so schnell wie möglich Ergebnisse liefern, wir können und wollen nicht mehr länger warten!“
Kritik am Österreich-Aufschlag kam auch von der FPÖ. Dass ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer nun ankündige, den „Druck auf die EU“ erhöhen zu wollen, sei nicht ausreichend, so FPÖ-Konsumentenschutzsprecher Peter Wurm.
Ein wesentlicher Preistreiber sei der Staat selbst, der die Bürgerinnen und Bürger mit hohen Steuern und Abgaben belaste – von der NoVA und CO2-Steuer über hohe Energieabgaben bis zu diversen Gebühren.
Die Methode: Die AK erhob zwischen 5. und 8. Oktober die Preise von 97 identen Produkten bei Billa (Online), Interspar (drei Filialen) und drei Online-Drogeriemärkten – BIPA, DM, Müller in Österreich sowie bei DM, Müller, Rossmann, Globus und Rewe in Deutschland. Die Preise sind Bruttopreise (Österreich 20 Prozent, Deutschland 19 Prozent Umsatzsteuer). HIER finden Sie alle Ergebnisse im Detail.
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