Eine aktuelle IMAS-Studie im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen zeigt: Die Lust am Sparen erreicht im Ländle historische Höchststände – allen voran bei der jungen Generation. Gleichzeitig macht die Teuerung vielen Haushalten einen Strich durch die Rechnung.
Satte 88 Prozent der Vorarlberger halten das Zurücklegen von Geld für sehr oder ziemlich wichtig – das ist der höchste Wert seit 2014. Die größten Sparefrohs gehören, etwas überraschend, der Generation Z an. Der Grund für die hohe Spar-Disziplin im westlichsten Bundesland liegt auf der Hand, schließlich verbinden fast alle Befragten ein finanzielles Polster mit persönlicher Sicherheit und Unabhängigkeit. So legen 90 Prozent der Befragten ihr Geld als Notgroschen zur Seite, 80 Prozent zur finanziellen Absicherung und Vorsorge, 76 Prozent für ihre finanzielle Unabhängigkeit und 36 Prozent für eine spätere Immobilienfinanzierung.
Der finanzielle Druck steigt
Allerdings klafft zwischen dem Sparwillen und den realen Möglichkeiten der Haushalte eine spürbare Lücke: Im Schnitt wandern derzeit monatlich 329 Euro zur Seite, was knapp 19 Euro weniger sind als im Vorjahr. Noch deutlicher zeigt sich der finanzielle Druck bei jenen, die gar keinen Spielraum mehr haben: Vier von zehn Vorarlbergern geben an, dass am Monatsende schlichtweg nichts mehr übrig bleibt.
„Die Studienergebnisse zeigen ein klares Bild: Einerseits hat Sparen einen so hohen Stellenwert wie seit Jahren nicht mehr, andererseits sinken die Durchschnittsbeträge, die tatsächlich zurückgelegt werden können. Die rückläufige Sparquote spiegelt die Herausforderungen wider, vor denen viele Haushalte derzeit stehen“, resümiert Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen.
Die rückläufige Sparquote spiegelt die Herausforderungen wider, vor denen viele Haushalte derzeit stehen.
Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen
Wertpapiere werden immer beliebter
Doch wie legen die Vorarlberger ihr Geld an? Während das klassische Sparbuch mit 77 Prozent nach wie vor die unangefochtene Nummer eins bleibt, gerät die Anlagewelt zunehmend in Bewegung. Wertpapiere ziehen mit 42 Prozent inzwischen mit dem Bausparen gleich, und auch Edelmetalle sowie Kryptowährungen gewinnen spürbar an Popularität.
Trotzdem parken mehr als die Hälfte der Befragten ihr Geld immer noch auf dem „zinsarmen“ Girokonto. Martin Jäger rät hier zu mehr Ausgewogenheit: „Liquidität und Sicherheit sind wichtig – gerade für unvorhergesehene Ausgaben. Als Reserve empfehlen wir auf dem Girokonto allerdings höchstens drei Monatsgehälter. Höhere Guthaben können auf Anlageprodukte umgeschichtet werden, die besser zum persönlichen Ziel passen.“ Eine gute Balance zwischen Verfügbarkeit, Sicherheit und Ertragschancen sei dabei entscheidend.
Weltspartag ein Grund, die Hausbank zu besuchen
Dass Sparen den Vorarlbergern so wichtig ist wie seit Jahren nicht mehr, zeigt sich auch am heutigen Weltspartag: Für 39 Prozent der Befragten ist er ein konkreter Grund, die Bankfiliale zu besuchen – 2019 waren es nur 14 Prozent.
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