Ein Linienbus soll im Flachgau in Salzburg einen Schwan niedergefahren haben. Den Lenker soll dies kaum beeindruckt haben – er fuhr laut einer Augenzeugin einfach weiter. Dem Mann drohen nun Konsequenzen, er fasste eine Anzeige aus. Und: Sein Arbeitgeber will den Vorfall „prüfen“.
Gegen 18.45 Uhr am Mittwoch soll der Fahrer des Linienbusses den Schwan erfasst haben. Das schwer verletzte Federvieh löste umgehend einen Einsatz des Tierschutzhofes Pfotenhilfe aus.
Eine Augenzeugin alarmierte die Tierschützer nämlich. Ihren Angaben zufolge fuhr der Buslenker nach der Kollision einfach weiter – keine Spur davon, dass er Hilfe organisieren würde, lässt die Pfotenhilfe wissen. Der Schwan schleppte sich noch von der Straße auf eine angrenzende Wiese und blieb dort schwer verletzt liegen.
Ein Mitarbeiter der Pfotenhilfe suchte das Tier, fand es wenig später und brachte es zur Erstversorgung nach Lochen. Noch bevor ein Tierarzt eintraf, starb der Schwan leidend.
Drastische Geldstrafe von bis zu 3750 Euro droht
Johanna Stadler, Geschäftsführerin der Pfotenhilfe, will diesen Vorfall nicht so einfach auf sich beruhen lassen: „Wir haben den Verstoß gegen die Hilfeleistungspflicht nach dem Bundestierschutzgesetz angezeigt.“ Wer ein Tier verletze und diesem nicht helfen oder zumindest Hilfe organisieren würde, könne mit bis zu 3750 Euro bestraft werden. „So eine unglaubliche Ignoranz gegenüber Tierleid darf nicht ungestraft bleiben. Der Tierschutz hat Verfassungsrang und muss daher auch entsprechend ernst genommen werden“, tobt Stadler.
ÖBB wollen Vorfall auf den Grund gehen
Der Busfahrer war übrigens mit einem ÖBB-Linienbus unterwegs. Seitens der Bundesbahnen heißt es: „Wir werden diesem bedauerlichen Vorfall so schnell wie möglich auf den Grund gehen. Prinzipiell gibt es klare Verhaltensanweisungen bei Wildunfällen. Ob oder warum diese im geschilderten Fall nicht eingehalten wurden, wird derzeit geprüft.“
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