Ministerin vor Ort
Riad: Nächste Eskalation nach Flughafen-Angriff
Nach dem tödlichen Angriff auf den Flughafen von Riad droht eine weitere Eskalation. Die Huthi melden nun saudische Luftangriffe auf den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Auch neue US-Militärschläge werden geprüft.
Nach dem tödlichen Angriff auf den Flughafen von Riad hat Saudi-Arabien laut Angaben der Huthi-Miliz den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bombardiert. Die von den Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete am Sonntag über den Angriff. Angaben zu möglichen Opfern oder Schäden gab es zunächst nicht. Saudi-Arabien äußerte sich vorerst nicht dazu.
Zuvor war auch der Flughafen von Riad erneut angegriffen worden. Nach Angaben der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition schlug ein Geschoss im Terminal 4 ein und löste einen Brand aus. Zudem sei ein Marschflugkörper in Flughafennähe abgefangen worden. Der Flugbetrieb bleibt vorerst eingestellt.
Kommt Ministerin planmäßig zurück?
Auch die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) befindet sich derzeit in der saudi-arabischen Hauptstadt. Sie war bereits vor Beginn der Angriffe zu mehreren internationalen Konferenzen zur Energiepolitik und Energiewirtschaft angereist.
Wie die deutsche „Bild“ berichtete, war ihre geplante Rückreise zunächst von der Flughafensperre betroffen. Ihr Ministerium teilte inzwischen mit, dass die Rückreise am Montag nach derzeitigem Stand nicht gefährdet sei.
Trump prüft neue Militärschläge
Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hatte angekündigt, auf den Angriff auf den Flughafen von Riad „mit Entschlossenheit“ zu reagieren. Bei dem Beschuss am Samstag waren nach saudi-arabischen Angaben zwölf Menschen getötet und 309 verletzt worden. Unter den Todesopfern befanden sich acht ausländische Staatsangehörige.
Auch die USA könnten militärisch eingreifen. Präsident Donald Trump erklärte, mögliche neue Militärschläge im Jemen würden geprüft. „Wir haben gerade erst von dem jüngsten Angriff erfahren, also werden wir eine Entscheidung fällen. Wir handeln sehr schnell“, sagte er laut der APA-Meldung. Die USA hatten bereits 2024 und 2025 Militärschläge im Jemen durchgeführt.
Mehr als 90 Tote im Jemen gemeldet
Der Konflikt hatte sich zuletzt weiter verschärft. Nach Angaben des von den Huthi kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden bei saudischen Angriffen seit Anfang September mehr als 90 Menschen getötet und über 160 weitere verletzt. Diese Zahlen wurden bislang nicht unabhängig bestätigt.
Auch andere Flughäfen in Saudi-Arabien waren betroffen. Die Militärkoalition meldete einen Einschlag nahe dem Flughafen von Dammam sowie den Abschuss einer ballistischen Rakete in Al-Kharj südöstlich von Riad. Die Airlines der Lufthansa-Gruppe, zu der auch die AUA gehört, hatten ihre Flüge nach Riad bereits bis einschließlich 16. Oktober ausgesetzt.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, UNO-Generalsekretär António Guterres und Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) verurteilten den Angriff auf den Flughafen von Riad. Stocker erklärte Österreichs Solidarität mit Saudi-Arabien.

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