Aufklärungsoffensive:

Phishing-Betrüger stahlen heuer schon 19 Millionen

Österreich
09.10.2026 17:30

„10 Tage gegen Phishing“ heißt es ab morgen wieder, wenn Polizei, Bundeskriminalamt, Banken und Wirtschaftspartner massiv über die Maschen der Online-Betrüger aufklären. Allein durch Datenklau (Phishing) verloren heuer laut Bundeskriminalamt bereits mehr als 5000 Österreicher 19 Millionen Euro. 

Erst gestern Abend, so eröffnete Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) die Startschuss-Pressekonferenz zur Kampagne „10 Tage gegen Phishing“, hätten im Polizisten im niederösterreichischen Lilienfeld gesagt, dass es immer mehr Cyberkriminalität, aber kaum mehr Einbrüche geben. „Online-Kriminalität ist in der Breite der Bevölkerung angekommen“, weiß der Minister. Der sich darüber freut, dass in Tirol in den kommenden Tagen das bereits vierte Cybercrime-Trainingscenter eröffnet. 

Wollen vereint gegen Phishing vorgehen: Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher (li.), ...
Wollen vereint gegen Phishing vorgehen: Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher (li.), Innenminister Gerhard Karner und Bundeskriminalamt-Direktor Andreas Holzer (re.).(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

350.000 Österreicher überwiesen Geld an Betrüger
Die nackten Zahlen belegen, wie groß das Problem des Phishings – also des Datenklaus – in Österreich ist. Laut Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher wurden in Österreich vergangenes Jahr 350.000 betrügerische Zahlungen getätigt, 115 Millionen Euro Schaden verursacht. Heuer, so der Leiter des Bundeskriminalamtes, Andreas Holzer, überwiesen schon 5000 Österreicher 19 Millionen Euro an Phishing-Betrüger. Allein falsche SMS und Nachrichten hinsichtlich der ID-Austria verursachten im laufenden Jahr bereits 500.000 Euro Schaden bei 100 Opfern. 

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Trotz aller Professionalität der polizeilichen Arbeit sind Ermittlung und Aufklärung bei Cyberkriminalität besonders schwierig. Daher ist Vorbeugung so wichtig.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP)

ÖBB warnen auf Bahnhöfen vor Betrügern
Grund genug, um ab morgen erneut mit vereinten Kräften und der Informationskampagne „10 Tage gegen Phishing“ gegen die Cyberkriminellen vorzugehen und die Bevölkerung über deren Maschen aufzuklären. Mittlerweile freut man sich über 60 Partner, die die Initiative unterstützen, darunter etwa Zahlungsdienstleister, Banken, die Post und erstmals auch die ÖBB. Jene warnten erst im September vor irreführenden E-Mails, in denen die vermeintliche Rückerstattung einer doppelten Bezahlung versprochen wurde. Ab morgen werde man auch an allen Bahnhöfen des Landes über Betrug aufklären. 

Vier von zehn Betrugsmeldungen betreffen Phishing
Auch der Post liegt viel daran, an der Kampagne teilzunehmen. Als Post-, Bank- und Telekommunikationsanbieter biete man auch viel Angriffsfläche für Betrüger. So verwies man darauf, dass man keine Mystery-Pakete verkaufe – auch Gewinnspiele, die gefälscht sind und deren Links auf die Seiten von Betrügern führen, kommen immer wieder auf. Bernhard Jungwirth von der Watchlist Internet weiß, wie groß das Problem Phishing in Österreich ist. Von 20.000 Meldungen, die er pro Jahr aus der Bevölkerung bekomme, würden vierzig Prozent Phishing betreffen. 

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