Der Umsatz des oberösterreichischen Logistikspezialisten TGW schoss im vergangenen Geschäftsjahr um 29 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro nach oben. Die Rekorderlöse schlagen sich auch beim Personal nieder: Das Unternehmen sucht allein heuer 800 neue Mitarbeiter.
Die TGW Logistics, wie das Unternehmen aus Marchtrenk offiziell heißt, entwickelt und baut hochautomatisierte Logistikzentren auf der ganzen Welt, für Kunden wie Adidas, dm oder Zalando. Und diese Branche boomt: „Wir sind in einem Wachstumsmarkt, der jährlich um acht bis zehn Prozent wächst“, sagt TGW-CEO Henry Puhl. „Wenn wir nicht Marktanteile gewinnen, ziehen andere an uns vorbei. Das wollen wir nicht, weil wir investitionsfähig bleiben wollen.“
In anderen Worten: TGW ist auch selbst auf Wachstumskurs. Das schlägt sich in den Zahlen des Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahres nieder: Der Umsatz stieg um fast 29 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um zehn Prozent auf 54,4 Millionen Euro zu. Die Mitarbeiterzahl wuchs um neun Prozent auf nunmehr knapp 5100 Beschäftigte, 2600 davon an den beiden österreichischen Standorten Marchtrenk und Wels.
Bis 2030 sind 7000 Mitarbeiter geplant
In dieser Tonart soll es auch in den kommenden Jahren weitergehen. Darauf deutet der Auftragseingang im abgelaufenen Geschäftsjahr hin – er liegt mit 1,75 Milliarden Euro auf einem neuen Allzeithoch. „Bis 2030 wollen wir die Zwei-Milliarden-Euro-Marke im Umsatz überspringen“, sagt Puhl. Dafür stocken die Marchtrenker ihre Belegschaft auf. Im aktuellen Geschäftsjahr bis Sommer 2027 will die TGW 800 neue Mitarbeiter aufnehmen, 400 davon in Österreich. Bis 2030 soll der Personalstand überhaupt auf 7000 Beschäftigte ansteigen.
Drei Faktoren sollen Wachstum ermöglichen
CEO Henry Puhl nennt drei wesentliche Wachstumsfaktoren auf dem Weg zu den angepeilten zwei Milliarden Euro Umsatz. Zum einen will sich die TGW regional verbreitern und in Osteuropa sowie in Nordamerika wachsen. Zweitens sieht Puhl vor allem im Lebensmittelhandel großes Wachstumspotenzial. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe man namhafte Kunden wie den britischen Lebensmittel-Einzelhändler Marks & Spencer gewinnen können. Und drittens sollen auch neue Technologien zum Ausbau des Geschäfts beitragen, etwa Roboter, die Waren mithilfe Künstlicher Intelligenz automatisiert aus Regalen heben.
Die Stolpersteine
Was könnten Stoplersteine auf dem Wachstumspfad sein? Puhl nennt als Herausforderungen den globalen Wettbewerb, die technologische Dynamik, steigende Kundenbedürfnisse sowie den Wettbewerb um geeignete Fachkräfte.
Obwohl der Logistikspezialist 97 Prozent seines Geschäfts im Ausland abwickelt und die Internationalisierung weiter vorantreibt – so wird Ende Oktober in der indischen Industriemetropole Pune eine neue Niederlassung eröffnet -, rüttelt TGW nicht am Hauptsitz: „Wir sind mit Stolz ein oberösterreichisches Unternehmen“, sagt Puhl.
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