Ein internationales Forschungsteam hat bei jungen Sternen überraschend Formen des Alkohols Methanol entdeckt. Es hatte die chemische Zusammensetzung rund um elf junge Sterne mit einem Teleskop in Chile untersucht.
Die Arbeit gebe Einblicke in die komplexe Chemie junger Sternsysteme und sei „ein wichtiges Puzzleteil, um den Ursprung des Lebens zu verstehen“, sagte die Co-Leiterin des Projekts, Maria Drozdovskaya von der Universität Bern. Gewisse Moleküle gelten als mögliche Bausteine des Lebens. Mehrere der ersten Ergebnisse betreffen Methanol, den einfachsten Alkohol. Bei mehr als der Hälfte der untersuchten jungen Sterne fanden die Forscherinnen und Forscher besondere Radiosignale von Methanol. Diese sogenannten Methanol-Maser waren bisher nur bei der Entstehung besonders massereicher Sterne bekannt.
Dass sie nun auch bei Vorstufen sonnenähnlicher Sterne nachgewiesen wurden, sei überraschend, sagte Drozdovskaya. Solche Methanol-Signale dürften bei jungen Sternen viel öfter vorkommen als bisher angenommen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wiesen zudem erstmals eine besondere Form von Methanol im Weltall nach – und zwar beim jungen Stern IRAS 4A2 in der Perseus-Molekülwolke, rund 1000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Dabei sind alle Wasserstoffatome des Moleküls durch das schwere Isotop Deuterium ersetzt.
So entstehen Sterne
Sterne bilden sich in Gruppen von ein paar wenigen bis zu vielen tausend. Das passiert, wenn eine der interstellaren Wolken beginnt, sich zusammenzuziehen. Sie wird immer dichter und bricht in einzelne Segmente auseinander, die sogenannten Bok-Globule. Das sind die Vorläufer der Protosterne, die noch eine Abmessung von mehreren Lichtjahren haben können.
Die Protosterne verdichten sich weiter und beginnen durch die frei werdende Gravitationsenergie heiß zu werden und zu leuchten. Währenddessen kann die Wolke des Protosterns je nach Drehimpuls noch weiter zerbrechen in Mehrfachsysteme und Staubscheiben. Die Jugendzeit eines Sterns kann mehrere Hunderttausende Jahre lang dauern.
Die ersten Resultate des Projekts „Compass“, an dem sich über 30 Forscherinnen und Forscher aus Europa, Nordamerika und Asien beteiligen, wurden in Artikeln in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht. Die Auswertung der gesammelten Daten soll noch mehrere Jahre dauern.
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