Teuerung:

Kärntens Sozialmärkte passen Einkommensgrenzen an

Kärnten
07.10.2026 14:00

Die Lebenshaltungskosten steigen immer mehr an. Die SozialMärkte in Kärnten haben daher mit Oktober ihre Einkommensgrenzen für Einkäufe angepasst. 

Während die Kosten für Wohnen, Energie, Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs weiter gestiegen sind, haben sich die Einkommen diesem Anstieg nicht angepasst. Das spüren die Menschen – trotz Erwerbstätigkeit oder Pension bleibt immer weniger Spielraum für alltägliche Ausgaben.

Deutlich wird das bei den SozialMärkten in Kärnten: Gegenüber dem Jahr 2025 ist die Zahl der ausgegebenen Kundenkarten um 26 Prozent gestiegen. Aktuell gibt es in Kärnten bereits 3050 Haushalte, die eine SoMa Kundenkarte haben. Damit haben derzeit etwa 9000 Kärntnerinnen und Kärntner Zugang zu leistbaren Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs.

Zahlen der Statistik Austria, zeigen, dass in Österreich im Vorjahr bereits 1,69 Millionen Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet waren. Der Kärntner Armutsbericht kam zu dem Ergebnis, dass bereits etwa 80.000 Kärntnerinnen und Kärntner – also schon jede sechste Person – von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht waren.

Die neuen Einkommensgrenzen

Folgende monatliche Netto-Einkommensgrenzen gelten mit 1. Oktober 2026 bei den Sozialmärkten in Kärnten:

Einpersonenhaushalt: bis 1693 Euro

Zweipersonenhaushalt: bis 2403 Euro

für jede weitere Person im Haushalt: plus 366 Euro

Familienbeihilfe, Pflegegeld und Alimente werden bei der Einkommensberechnung nicht als Einkommen angerechnet.

Der gemeinnützige Verein SozialMarkt Kärnten hat aufgrund der alarmierenden Zahlen reagiert und mit Oktober seine Einkommensgrenzen angehoben. „Viele Menschen müssen heute jeden Euro zweimal umdrehen. Mit der Anpassung unserer Einkommensgrenzen möchten wir sicherstellen, dass die SoMa Läden auch künftig für jene Menschen erreichbar bleiben, die unsere Unterstützung brauchen. Niemand sollte vor der Frage stehen, ob sich Lebensmittel, Miete oder Energiekosten noch ausgehen“, so SoMA-Obfrau Cornelia Hübner.

Mit der Anpassung der Einkommensgrenzen steht der Verein aber vor einer neuen Herausforderung: Die Zahl der Menschen, die Anspruch auf Unterstützung in SoMa-Märkten haben werden, ansteigen, was den Bedarf an geretteten Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Transportmöglichkeiten und finanziellen Mitteln ansteigen lassen wird.

Deshalb ergeht ein Appell an Unternehmen und die Bevölkerung: Egal ob Lebensmittel, Hygieneartikel oder Geldspende – jede Unterstützung hilft, Menschen in schwierigen Situationen unmittelbar zu entlasten und gleichzeitig wertvolle Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren. Spendenkonto: IBAN AT66 3900 0000 0509 5195

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