Mit ihrer Brachial-Kritk an der Wirtschaftskammer und dem Center of Excellence ist die Grazer Bürgermeisterin weit übers Ziel hinausgeschossen – und lag damit auch faktentechnisch weit daneben.
Fragelos gäbe es viele Gründe, die Wirtschaftskammer zu kritisieren – da wären etwa die Zwangsmitgliedschaft, die völlig abgehobenen Gagenerhöhungen der Spitzenfunktionäre, die man eher widerwillig revidierte und auch das Nutzen für Unternehmen kann wohl nicht jeder Selbstständige zu 100 Prozent bestätigen. Elke Kahr hat sich aber in einem emotional durchaus aufgeheizten Sondergemeinderat aufgrund der katastrophalen Finanzsituation der Landeshauptstadt zu einem Sager hinreißen lassen, den sie wenig später wohl (hoffentlich) bereut hat.
Sie kritisierte nämlich just das Center of Excellence. Jenes Ausbildungszentrum des Wifi, das seit der Eröffnung 2024 schon Zehntausende vor allem junge Steirer zur Fortbildung nutzten. Über dessen Nutzen gibt es wohl über alle Parteigrenzen hinweg keine Zweifel. Selbst Kahr und ihr Finanzstadtrat Eber unterstrichen bei der Eröffnung die Sinnhaftigkeit, auch für die Landeshauptstadt.
Sager mit Fakten hinterlegt
Die Grazer Stadtchefin agierte da wie ein beleidigtes Kleinkind. Unter dem Motto, wenn du gemein zu mir bist, nehm‘ ich dir die Spielsachen weg, drohte sie nach Kritik von Kammerpräsident Josef Herk damit, dass die Stadt die letzte Tranche in Höhe von 500.000 Euro zur Beteiligung am Bau des Centers nicht bezahlen werde. Dass sie dann auch noch hinzufügte, dass davon ohnehin kein Unternehmer der Stadt etwas hat, kam im Wifi selbst natürlich nur mäßig gut an. Dass Leiter Heinz Vogel & Co. Kahrs Sager auch noch mit Fakten widerlegten, ist auch eine ziemliche bittere Nummer für die Bürgermeisterin.
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