Nach G7-Freigabe

Strategische Reserven „auf beängstigendem Niveau“

Ausland
05.10.2026 17:24
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Chef des weltgrößten Ölkonzerns Saudi Aramco sieht angesichts der vor Kurzem beschlossenen Freigabe von strategischen Diesel- und Erdölvorräten durch die G7-Staaten die globalen Reserven auf ein „beängstigendes Niveau“ sinken. Selbst wenn die wichtigsten Handelsrouten wieder vollständig geöffnet würden, könnte das Wiederauffüllen der angezapften strategischen Reserven bis zu zwei Jahre dauern, erklärte Amin Nasser am Montag.

Hintergrund ist der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran, in dessen Folge der Iran die Straße von Hormuz für die Schifffahrt faktisch geschlossen hat. Die sieben größten Industriestaaten (G7) hatten am Freitag die Freigabe von 100 Mio. Barrel (zu je 159 Liter) Diesel und Rohöl aus ihren Notreserven beschlossen.

Saudi-Aramco-Chef Amin Nasser
Saudi-Aramco-Chef Amin Nasser(Bild: AFP/Fayez Nureldine)

„System ist bereits unter Druck“
„Das System ist bereits unter Druck“, sagte Nasser auf einer Energiekonferenz in London. Seit Beginn des Konflikts seien fast drei Mrd. Barrel Öl an Angebot verloren gegangen, während eine Milliarde Barrel aus den weltweiten Lagerbeständen freigegeben worden sei. Allein das Wiederauffüllen dieser Bestände würde in den nächsten 18 Monaten eine zusätzliche Nachfrage von zwei Mio. Barrel pro Tag bedeuten.

Saudi-Arabien selbst könne seine maximale Förderkapazität von zwölf Millionen Barrel pro Tag zwar innerhalb weniger Tage zur Verfügung stellen. Ein Großteil der verbleibenden rund sechs Milliarden Barrel in den weltweiten Speichern sei jedoch „praktisch nicht verfügbar“, da er für den Betrieb der Anlagen benötigt werde. So werde etwa eine Mindestfüllmenge für den Betrieb der Tanks benötigt.

Saudi-Arabien prüft neue Exportwege
Um die Risiken durch blockierte Handelsrouten zu verringern, prüft die saudi-arabische Aramco dem Konzernchef zufolge neue Exportwege. Am Montag notierte Brent bei rund 102 Dollar (rund 91 Euro). Aramco arbeite bereits an einer „vierten und fünften“ Exportroute, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen, betonte Nasser.

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