Für Frieden in Ukraine

Plant Trump jetzt schmutzigen Öl-Deal mit Putin?

Außenpolitik
03.10.2026 20:10
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die US-Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs weiten sich offenbar auf ein milliardenschweres Ölgeschäft mit Russland aus. Unterhändler des Weißen Hauses sollen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagen haben, Vermögenswerte des russischen Energiekonzerns Lukoil im Wert von rund 20 Milliarden Dollar (17,76 Milliarden Euro) zu veräußern.

Lukoil besitzt Raffinerien und Ölfelder unter anderem in Afrika und Osteuropa – sowie 200 Tankstellen in den USA. Der Konzern steht aber seit einem Jahr unter US-Sanktionen. Das US-Finanzministerium versucht seitdem, die ausländischen Vermögenswerte des Konzerns zu veräußern, ein Deal ist aber noch nicht zustande gekommen.

Bei einem Treffen mit den US-Unterhändlern Jared Kushner und Steve Witkoff Anfang September in Moskau soll Putin das potenzielle Milliardengeschäft persönlich thematisiert haben, berichtet nun die „New York Times“.

Die US-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff kamen Anfang September in Moskau mit ...
Die US-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff kamen Anfang September in Moskau mit Wladimir Putin zusammen.(Bild: AFP/POOL/Alexander KAZAKOV)

Putins großes Interesse
Putin wolle demnach mit einem Deal das Signal senden, dass Russland und der Westen wieder ins Geschäft kommen könnten, dem Angriffskrieg in der Ukraine zum Trotz. Das Weiße Haus hingegen hege die Hoffnung, das Geschäft könnte Putin zu Zugeständnissen in möglichen Friedensverhandlungen bewegen. Außerdem könnten die weltweiten Energiepreise sinken.

Auch Trump-Umfeld würde profitieren
Ganz besonders profitieren würden jedoch auch Vertraute der beiden US-Unterhändler: Zur derzeit favorisierten Käufergruppe gehören der US-Milliardär Todd Boehly sowie arabische Investoren mit engen geschäftlichen Verbindungen sowohl zu Kushner als auch zu Witkoff.

Darunter befinden sich katarische Unternehmer, die ein Bauprojekt von Trump-Schwiegersohn Kushner in Albanien mitfinanzieren, und ein Staatsfonds aus Abu Dhabi. US-Milliardär Boehly gilt als einflussreicher Trump-Unterstützer und ist in Deutschland vor allem als ehemaliger Besitzer des Londoner Fußballclubs FC Chelsea bekannt.

US-Regierungskreise bestätigten die Verhandlungen auf Anfrage der „New York Times“. Ein möglicher Deal werde „eine erhebliche Vorauszahlung sowie eine Gewinnbeteiligung“ beinhalten, zitiert die Zeitung aus den Kreisen. Eine finale Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Offiziell müsste das Finanzministerium den Deal absegnen.

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