Belastetes Material

Nun Aufregung wegen Asbest-Verdacht bei Schulen

Burgenland
22.09.2026 19:00

In der näheren Umgebung von 19 burgenländischen Bildungseinrichtungen soll sich möglicherweise belastetes Material befinden. In zwei Fällen gibt es eine Bestätigung durch Laborergebnisse.

Seit Beginn der Causa Asbest wird im ganzen Burgenland immer wieder möglicherweise belastetes Material entdeckt. Jetzt – zum Start des neuen Schuljahres – gibt es auch in der Nähe von Schulgebäuden verdächtige Funde. Bei insgesamt 19 Bildungseinrichtungen im Burgenland sowie zwei in der Steiermark und einer in Niederösterreich wurden laut Greenpeace Steine identifiziert, welche die „charakteristischen Kennzeichen“ für Asbest aufweisen.

Schule in Rechnitz als erster Fall
In elf Fällen stammen die Hinweise von einer Südburgenländerin, welche die Umgebung der Schulstandorte näher unter die Lupe genommen hatte. In zwei Gemeinden wurde das Vorhandensein von Asbest in Staubproben durch ein Labor bestätigt. Im ersten Fall handelt es sich um die Schule in Rechnitz. Dort befindet sich in der Nähe des Gebäudes eine alte Steinmauer, welche offenbar asbesthaltige Teile enthält. Als Zweites ist der Campus Stegersbach betroffen.

Dort ließ die Frau den Staub von einem neuen, provisorischen Schotterparkplatz untersuchen – das Ergebnis war positiv. Für die Südburgenländerin ist dies der Beleg, dass sich wohl bei vielen Schulen belastetes Material befinden dürfte – als Splitt, Bodenbelag, Asphalt oder Dekostein. „Es sollte aber überhaupt kein Asbestmaterial vor Schulen oder generell in der Umgebung von Menschen sein“, meint sie. Sie tritt für mehr Informationen zum Thema Asbest gerade bei Schülern ein. Derzeit müssten sich die Kinder das Wissen selbst zusammensuchen.

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Asbest hat vor Schulen und Kindergärten gar nichts verloren. Die gemeldeten Standorte müssen schnellstmöglich überprüft und gesichert werden.

Stefan Stadler, Greenpeace

„Hat nichts verloren“
Für Greenpeace sind die Verdachtsflächen nur „die Spitze des Eisbergs“. „Asbest hat vor Schulen und Kindergärten gar nichts verloren. Die gemeldeten Standorte müssen schnellstmöglich überprüft und gesichert werden“, so Stefan Stadler, Sprecher des Investigativ-Teams. Bundeskanzler Christian Stocker müsse dringend nach ungarischem Vorbild einen Asbestsanierungs-Fonds aufstellen.

Gefährdung nicht automatisch gegeben
Land und Bildungsdirektion erfuhren erst durch die Nachfrage von der Sache und betonten, dass jede Meldung auf mögliche Asbestbelastungen sehr ernst genommen werde: „Sicherheit und Gesundheit haben höchste Priorität, allen voran, wenn es um Kinder und Jugendliche geht.“ Gleichzeitig bedeute der Nachweis von Asbest in einem Material nicht automatisch eine Gesundheitsgefährdung.

Winzige Fasern freigesetzt
„Es geht ausschließlich um die Frage, ob vom Asbestmaterial einzelne, winzige Fasern freigesetzt werden, sodass diese auch eingeatmet werden und in tiefe Lungenabschnitte gelangen können. Das reine Vorliegen asbesthaltiger Materialien, beispielsweise in Stützmauern oder gebunden in Asphalt, stellt grundsätzlich noch keine Gefährdung dar“, erklärt Taskforce-Leiter und Umweltmediziner Hans-Peter Hutter. Die Gefährdung ergebe sich erst bei starker mechanischer Beanspruchung und Freisetzung von Fasern in die Luft.

„Das bedeutet, dass das Ausbringen von faserhaltigem Material nur dort, wo eine massive mechanische Zerkleinerung zu erwarten ist und die im Material gebundenen Asbestfasern freigesetzt werden können – wie beispielsweise bei Streusplitt durch Fahrzeuge – aus vorsorgemedizinischen Gründen zu vermeiden ist.“ Die Bildungsdirektion wird nun die Schulerhalter informieren. 

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