Drama in Italien
Tourist will Bub (15) retten – geht selbst unter
Ein Urlaubstag am Comer See hat sich in eine dramatische Rettungsaktion verwandelt. Ein britischer Tourist sprang ins Wasser, um einen Vater und dessen Sohn zu retten, die beim Schwimmen in Schwierigkeiten geraten waren. Während die beiden Männer von einem anderen Boot geborgen werden konnten, verschwand der Helfer im See und ist bislang nicht wieder aufgetaucht.
Der 38-jährige Prasant Dahal, ein Brite nepalesischer Herkunft, war am Montagnachmittag mit Freunden auf einem gemieteten Motorboot unterwegs. Die Gruppe befand sich vor San Siro am Westufer des Comer Sees, in einiger Entfernung vom Ufer. Dahal soll in Rainham in der englischen Grafschaft Kent gelebt haben.
Vater und Sohn gerieten in Not
An Bord befanden sich neben Dahal ein befreundetes Paar sowie dessen zwei Söhne im Alter von zehn und 15 Jahren. Der 46-jährige Vater und sein 15-jähriger Sohn sprangen laut den italienischen Berichten gegen 13.30 Uhr ins Wasser, um zu schwimmen. Kurz darauf gerieten beide offenbar in Schwierigkeiten und konnten sich nur noch schwer über Wasser halten.
Dahal sprang daraufhin ins Wasser, um ihnen zu helfen. „Er sprang ins Wasser, um beide zu retten, schaffte es aber nicht“, berichtete il Giorno. Der Mann sei anschließend beim Untergehen beobachtet worden und nicht wieder an die Oberfläche gekommen. In dem betroffenen Bereich erreicht der See laut den Berichten große Tiefen.
Zwei Menschen gerettet
Vater und Sohn hatten hingegen Glück. Ein vorbeifahrendes Boot bemerkte die Situation, fuhr zur Unglücksstelle und nahm die beiden auf. Sie wurden anschließend ans Ufer gebracht und vom italienischen Rettungsdienst 118 versorgt. Beide kamen mit Anzeichen einer Unterkühlung ins Krankenhaus.
Währenddessen blieb die Mutter mit ihrem zehnjährigen Sohn auf dem gemieteten Boot. Die Rettungskräfte leiteten eine groß angelegte Suchaktion ein. Beteiligt waren unter anderem Feuerwehreinheiten aus Dongo und Menaggio, ein Hubschrauber der Feuerwehr aus Malpensa sowie Spezialtaucher, der Rettungsdienst, die Carabinieri und die Küstenwache.
Die Suche konzentrierte sich auf den Bereich zwischen San Siro und Bellano. Dort ist der See teilweise mehr als 170 Meter tief. Andere Berichte nennen für den weiteren Bereich des Unglücksortes sogar Tiefen von mehr als 250 Metern, was die Suche erheblich erschwert.
Suche mit Spezialausrüstung
Auch am Dienstag liefen die Suchmaßnahmen weiter. Nach britischen Medienberichten sollten für die Suche neben Tauchern auch spezielle Unterwassergeräte eingesetzt werden. Die Einsatzkräfte suchen dabei nach dem seit dem Sprung ins Wasser vermissten Briten.
Als mögliche Ursache für das Verschwinden wird in den italienischen Berichten ein plötzlicher körperlicher Zusammenbruch im kalten Wasser genannt. Der Fall reiht sich in eine Serie tödlicher Badeunfälle im Comer See ein. Laut den britischen Berichten sind in diesem Sommer bereits mehrere Menschen in dem See ums Leben gekommen.

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