Die iranische Führung hat am Dienstag wieder Verhandlungen mit den USA in Aussicht gestellt. „Diplomatie bedeutet keine Kapitulation, sondern die Umwandlung der Stärke auf dem Feld in politische Errungenschaften“, sagte Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf. Derzeit sind die diplomatischen Bemühungen festgefahren.
Seit mehreren Wochen gibt es keine Anzeichen für ein Ende des Iran-Kriegs. Der Parlamentspräsident signalisierte dennoch keine Bereitschaft zu schnellen Zugeständnissen. „Er muss wissen, dass er dem iranischen Volk und den Streitkräften seine Macht nicht aufzwingen kann“, sagte Qalibaf an US-Präsident Donald Trump gerichtet. Ein hochrangiger iranischer Diplomat sagte wiederum, dass die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder geöffnet werden könnte. Voraussetzung sei, dass die USA den militärischen Druck verringern und die Blockade iranischer Häfen aufheben.
Der bekannte iranische Oppositionspolitiker Mehdi Karroubi, der jahrelang unter Hausarrest stand, forderte unterdessen den iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian zu einem Treffen mit Trump auf. Teheran müsse den Mut aufbringen, selbst geschaffene Tabus zu überwinden. „Obwohl wir wissen, dass die Gegenseite im üblichen Sinne nicht vertrauenswürdig ist, gibt es keinen anderen Weg, als den Weg der Diplomatie zu beschreiten (...)“, befand er.
Hardliner für weitere Eskalation
US-Außenminister Marco Rubio sagte, dass Trump bereit sei, sich mit Pezeshkian oder auch jedem anderen zu treffen. Trump sei ein Geschäftsmann, der aus der Welt der Pragmatik komme. Der US-Präsident hatte zuvor damit gedroht, die iranische Wirtschaft zu zerstören oder die Führung des Landes zu entfernen, sollte kein Abkommen mit den Vereinigten Staaten zustande kommen.
Iranische Hardliner haben daraufhin mit dem Einsatz neuartiger Waffen und Schläge gegen bisher verschonte Gebiete gedroht. „Wenn es zu einer neuen Aggression kommt, werden wir mit Sicherheit die Waffen und die Geografie des Krieges ändern“, sagt der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Mohebbi. Die iranische Führung sei auf einen längeren Konflikt vorbereitet.
Der Iran-Krieg dürfte eines der Hauptthemen der diesjährigen UNO-Generaldebatte in New York sein. Der Delegation, die von Pezeshkian angeführt wird, wurden Beschränkungen auferlegt. Einem Teil wurde die Einreise verweigert. Pezeshkian wird am Mittwoch seine Rede halten. Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) hat ein Treffen mit ihrem iranischen Amtskollegen Abbas Araqchi geplant.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.