Dass der US-Digitalkonzern Meta die Konten eines steirischen Bürgermeisters deaktiviert hatte, sorgte für Aufsehen. Dabei ist es nur ein Fall von vielen – und ein Beweis, wie sehr wir unser Leben den Größen des Silicon Valley ausgeliefert haben.
Martin Weber ist Bürgermeister einer kleinen steirischen Gemeinde (Tieschen), diese Woche schaffte er es zu überregionaler Bekanntheit – sogar die „Bild“-Zeitung berichtete über ihn. Was war passiert? Meta hat plötzlich seine Konten bei Facebook, Instagram und WhatsApp gesperrt. Grund? Unklar. Weber vermutet einen Zusammenhang mit einem Posting über die AfD und Donald Trump, es kann auch der Fehler einer KI-Anwendung sein.
Nach der breiten medialen Berichterstattung meldete sich sogar ein Anwalt von Meta, seit Mittwoch sind die Konten plötzlich wieder aktiv. Für „Otto Normaluser“ wäre das wohl nicht möglich gewesen, sie stehen vor einer Mauer des Schweigens bei Meta. Kundensupport, Telefonnummer, an die man sich wenden kann? Fehlanzeige.
Daher hat SPÖ-Staatssekretär Jörg Leichtfried recht, wenn er Kritik am „intransparenten Vorgehen“ übt: „Der aktuelle Fall zeigt exemplarisch ein grundlegendes Problem: die Sperre sämtlicher Meta-Konten ohne nachvollziehbare Begründung, welcher Verstoß dazu geführt hat.“ Hass und Drohungen würden hingegen oft lange online stehen. Der Steirer sieht die EU-Kommission in der Pflicht. Diese müsse gegenüber den Plattformen die Regeln des Digital Services Acts einmahnen und bei systematischen Verstößen konsequent durchsetzen.
Ein großer Teil unseres Lebens findet mittlerweile im digitalen Raum statt, die Macht ist in den Händen weniger Konzerne. Ihnen sind wir weitgehend ausgeliefert. Wohl eine Mahnung, nicht auf das analoge Leben zu vergessen.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag!
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