Andreas Herzog und Willi Ruttensteiner werden das anstehende Nations-League-Spiel von Österreichs Nationalteam gegen Israel mit besonderem Interesse verfolgen. Beide waren viele Jahre im ÖFB tätig, arbeiteten danach als israelischer Teamchef und fuhren in dieser Funktion Siege über Österreich ein. Diesmal gehen allerdings sowohl Herzog als auch Ruttensteiner von einem österreichischen Sieg aus – Sorgen um den rot-weiß-roten Fußball machen sich die beiden aber trotzdem …
„Die Österreicher sind klar zu favorisieren, weil sie eine international wahnsinnig erfahrene Mannschaft haben. Aber es gibt den Beginn eines Umbruchs und es wird spannend, wie sich das entwickelt, wenn langjährige Führungsspieler nicht mehr dabei sind“, so Ruttensteiner.
Herzog schloss sich dieser Meinung an. „Alaba, Arnautovic und Sabitzer haben das Nationalteam in den letzten zehn Jahren geprägt. Jetzt werden andere in die Bresche springen müssen.“ In der Defensive sei die Truppe von Ralf Rangnick nach wie vor gut aufgestellt. „Doch im Angriff können wir froh sein, dass Kalajdzic wieder beim LASK ist und Gregoritsch trifft.“
Alaba und Arnautovic als „Jahrhunderttalente“
In der Offensive machen sich nun laut Herzog die Fehler der Vergangenheit bemerkbar. „Weil wir in der Ausbildung in den letzten Jahren zu viel auf das Spiel gegen den Ball Wert gelegt haben.“ Deshalb seien Rangnick, die ÖFB-Nachwuchstrainer und auch die Klub-Trainer gefordert, „damit wir wieder solche Spieler wie Alaba, Arnautovic und Sabitzer haben. Wobei ich sagen muss, einen wie Alaba oder Arnautovic sehe ich derzeit nicht. Das waren aber auch Jahrhunderttalente.“
Der 58-Jährige, mit 103 Länderspielen die Nummer 3 in der ÖFB-Bestenliste, warnt vor einem schleichenden Rückfall der österreichischen Auswahl. „Wir hatten zuletzt bei unserer Nationalmannschaft immer das Gefühl, dass wir jeden Gegner schlagen können. Dieses Gefühl dürfen wir nicht verlieren, sonst sind wir wieder dort, wo wir waren – im Durchschnitt.“
„Israelis sind in Heimspielen viel selbstbewusster!“
Um dies zu verhindern, wäre ein Heimsieg gegen Israel hilfreich, und die Chancen dafür stehen laut Herzog durchaus gut. „Die Israelis sind in Heimspielen viel selbstbewusster und stärker als auswärts“, meinte der Ex-ÖFB-U21-Teamchef, der von 2018 bis 2020 als israelischer Teamchef arbeitete. In diese Zeit fiel Israels 4:2 gegen Österreich am 24. März 2019 in der EM-Qualifikation in Haifa.
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