Kindernamen gepostet

Rassismus-Vorwurf gegen Innsbrucker FPÖ-Politiker

Innenpolitik
19.09.2026 10:34
Porträt von Kronen Zeitung
Von Kronen Zeitung

„Rassismus in Reinform“: Ein Instagram-Posting des Innsbrucker FPÖ-Politikers Fabian Walch sorgte für eine Welle der Kritik. Er stellte das Foto einer Klassen-Namensliste einer Pflichtschule online – und knüpfte daran einen Aufruf zur „Remigration“.

Ein Instagram-Posting bringt den Innsbrucker FPÖ-Gemeinderat Fabian Walch schwer in Bedrängnis: Er stellte das Foto einer Klassen-Namensliste einer Pflichtschule online – und knüpfte daran einen Aufruf zur „Remigration“. Grüne und SPÖ sprechen von einem Tabubruch und verlangen seinen Rücktritt.

Vornamen blieben lesbar
Die Liste, offenbar von außen durch eine Glaswand abfotografiert, zeigt die Vornamen einer ersten Klasse. Nachnamen, Adresse und der Name des Klassenvorstands waren geschwärzt – die Vornamen aber blieben lesbar. Dazu schrieb Walch, ein Blick in die Schulen sei „ein Blick in die Zukunft“, man werde „zur Minderheit in unserer eigenen Stadt“, wenn man nicht „endlich mit der Remigration“ beginne.

Bei den Tiroler Grünen löste das Entsetzen aus. Integrationssprecherin Zeliha Arslan warf der FPÖ vor, „sogar Kindern offen mit der Vertreibung“ zu drohen. Klub-Obmann Dejan Lukovic nannte es „Rassismus in Reinform“. Auch der Innsbrucker Koalitionspartner SPÖ zog nach: Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr sprach von einer „völligen Entgleisung“ und einem „Missbrauch von Kindern für ein politisches Manöver“. Walch selbst blieb bei seiner Linie. Die „bedenkliche Entwicklung“ sollten „so viele wie möglich sehen“, teilte er dem ORF mit. „Remigration“ meine nicht die Deportation von Kindern, sondern die Rückführung von „Illegalen und straffällig gewordenen Ausländern“. Warum er dann ausgerechnet die Namen von Schulkindern in diesen Zusammenhang stellte, ließ er offen.

Pikant: Walch war zuletzt mehrfach durch seine Nähe zur identitären Szene aufgefallen – im Juli nahm er an einem Treffen in Deutschland teil, bei dem auch Martin Sellner dabei war. Landesparteichef Markus Abwerzger wollte die Causa auf ORF-Anfrage nicht kommentieren und verwies auf Walchs Stellungnahme. 

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