Viel Intensivität, viel Aggressivität, viel Tempo, aber wenig spielerische Klasse und lange Zeit kein Tor – FC Red Bull Salzburg gegen SK Sturm Graz hat als Schlager der 7. Runde von Österreichs Bundesliga erst am Ende mit drei Toren für die Hausherren und einem Ausschluss gegen die Gäste für Aufregung sorgen können!
Nikolas Veratschnig (72.), Kevin Boma (76.) und Aboubacar Camara (83.) trafen im Duell zweier Europa-League-Starter für das weiter ungeschlagene Team von Danny Röhl. Bei Sturm sah Jürgen Heil in der 75. Minute Gelb-Rot.
Salzburg hält unter Röhl nun bei 14 ungeschlagenen Spielen. Gegen Sturm war es der erste Sieg nach davor sechs erfolglosen Versuchen. In der Tabelle geht Salzburg nun als erster Verfolger von Rapid in die dreiwöchige Länderspiel-Pause – ein Zähler fehlt auf die Wiener, Sturm liegt nun deren fünf hinter dem drittplatzierten LASK auf dem vierten Rang.
Sturm überrascht Hausherren
Dabei zeigte sich der Vizemeister in Wals-Siezenheim bestens auf den Gegner eingestellt und fand deutlich schneller in die Partie. Die wieder mit Kapitän Jon Gorenc Stankovic eingelaufenen Grazer brachten Salzburgs Spielfluss dank aggressivem Pressing in der ersten Viertelstunde völlig zum Erlahmen. Die Ingolitsch-Elf hatte ein deutliches Übergewicht im Mittelfeld, eine zwingende Torchance konnte sich die mit Simon Seidl und Axel Kayombo ganz vorne eingelaufene Offensive aber vorerst nicht herausspielen.
Bei Salzburg war Valentin Zabransky in der Innenverteidigung wieder dabei, Karim Konate begann in etwas ungewohnter Rolle im offensiven Mittelfeld. Gefährlich wurden die Hausherren in der ersten Halbzeit nur in einer Phase von der 20. Minute bis zur 30. Minute. Nikolas Veratschnig und Edmund Baidoo sorgten für Betrieb bei Sturm-Keeper Daniil Chudjakow, dann klatschte eine immer länger werdende Hereingabe an die Stange (24.). Haris Tabakovic war überhaupt kein Faktor. Sturm wurde bis zur Pause noch zweimal richtig gefährlich. Zunächst konnte Seidl eine Unsicherheit von Christian Zawieschitzky nicht nutzen, dann setzte Kayombo an der Mittellinie erfolgreich zum Solo an, alleine der Abschluss ließ zu wünschen übrig (38.).
Röhl-Wechsel bringen Umschwung
Sturm präsentierte sich auch nach Seitenwechsel griffiger. Röhl reagierte auf ein unverändertes Spielgeschehen nach wenigen Minuten und vollzog in der Offensivreihe einen schließlich entscheidenden Dreifachwechsel mit Camara, Sota Kitano und Yorbe Vertessen. Einzig Tabakovic blieb auf dem Feld – und durfte sich weiter im Zweikampf mit Joshua Quarshie üben. Bei Sturm betrat Oumar Diakite kurz darauf eine alte Wirkungsstätte. Dem bei Liefering ausgebildeten Ivorer sollten später noch Otar Kiteishvili und Filip Rozga folgen. Beide Teams agierten weiter intensiv, ein Spielfluss kam auf beiden Seiten kaum zustande. Der erste Treffer fiel aus einer aus Grazer Sicht unglücklich verlaufenen Situation.
Nach einem Zweikampf an der Mittellinie blieb Arjan Malic angeschlagen liegen, Salzburg warf aber schnell ein. Der eingewechselte Camara hatte freie Bahn, scheiterte jedoch noch an Chudjakow. Den Nachschuss von Bartosz Mazurek lenkte Veratschnig ins Sturm-Tor. Heil reklamierte danach zu heftig und sah Gelb. Eine folgenschwere Verwarnung. Der Außenverteidiger hielt kurz darauf seinen Gegenspieler zurück und sah prompt Gelb-Rot. Den folgenden Freistoß köpfelte Boma zum 2:0 in die Maschen.
Sturm war binnen weniger Minuten schwer bedient. Die Entscheidung fiel per Traumtor: Camara wuchtete eine Kitano-Flanke per Seitfallzieher volley via Latte in die Maschen.
Das Ergebnis:
FC Red Bull Salzburg – SK Sturm Graz 3:0 (0:0)
Salzburg, Red-Bull-Arena, 12.631 Zuschauer, Schiedsrichter Isa Simsek
Tore: 1:0 (72.) Veratschnig, 2:0 (77.) Boma, 3:0 (83.) Camara
Gelb-Rote Karte: Heil (75./Kritik, Foulspiel)
Gelbe Karte: Koller
Salzburg: Zawieschitzky – Veratschnig, Boma, Zabransky, Schmid – Barry (66. Tohumcu), Mazurek (86. Krätzig) – Redzic (52. Camara), Konate (52. Vertessen), Baidoo (52. Kitano) – Tabakovic
Sturm: Chudjakow – Malic (85. Petrovic), Quarshie, Koller, Heil – Hödl, Gorenc Stankovic, Weinhandl (85. G. Mamageishvili), Matoshi (66. Rozga) – S. Seidl (66. Kiteishvili), Kayombo (58. O. Diakite)
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