Bisher laufen 90 Prozent des österreichischen Datenverkehrs über Wien. Auch aus Kärnten werden Daten so beinahe im Kreis geschickt. Der neue Internetknoten „ALPSiX“ soll das ändern.
„Durch ganz Kärnten laufen zwar Glasfaserkabel, aber bis heute führte der Weg für alle Daten über Wien“, erklärt Internet- und Datenprofi Alexander Windbichler, CEO von Anexia. „Doch mit dem neuen Internetknoten ,ALPSiX’ gibt es endlich ein zweites Standbein für ganz Österreich.“
Was aufs Erste vielleicht nicht so spektakulär wirkt, kann aber viel bewirken. Mit dem Glasfaser-Ringschluss im Kärntner Zentralraum wurde der Grundstein für „die digitale Zeitrechnung“ gelegt, wie es Landesrat Sebastian Schuschnig formuliert: „In unserer KI-getriebenen Zeit ist Geschwindigkeit ein wichtiger Faktor für Investitionen.“ Denn im Datenverkehr zählt jede Millisekunde.
Und bisher mussten Daten aus Kärnten oft einen Umweg von mehreren Hundert Kilometern über Wien nehmen. Daher wurde mit sechs Millionen Euro die notwendige Infrastruktur für eine moderne Kärntner Lösung errichtet.
Wir heben die digitale Infrastruktur in Kärnten in ein neues Zeitalter. Jetzt müssen wir dran bleiben und etwas daraus machen.
Sebastian Schuschnig, Landesrat
Hightech-Leistungen und digitale Souveränität
„Telemedizin, Robotik oder autonomes Fahren brauchen Latenzen von circa drei Millisekunden. Die Daten müssen da aus der Region kommen“, erklärt Ivo Ivanov, der mit DE-CIX das Know-how für den Internetknoten liefert. „Mit dieser Infrastruktur können sich in Kärnten solche Anbieter niederlassen.“ Und diese könnten Hunderte Millionen Euro Wertschöpfung nach Kärnten bringen. Zusätzlich bringe der Knoten mehr Sicherheit durch Unabhängigkeit von US-Anbietern.
„Es ist schon wichtig, welchen Weg Daten gehen, wer einen Knoten betreibt“, stellt Windbichler klar. „Digitale Souveränität kommt nicht, wenn man nur Sonntagsreden hält.“ Mit dem Kärntner Knoten gibt es nun dafür eine Grundlage.
Für Unternehmen wurde so ein wichtiger Schritt für die Standortsicherheit gelegt – was ist mit Privaten? „Bislang haben die Internet-Provider rein auf Wien gesetzt. Vielleicht kommt da jetzt Bewegung hinein“, zeigt sich Christian Schöpp von der Registrierungsstelle „nic.at“ optimistisch.
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