Hat keine Befugnisse

Insider: AfD-Spitze will Putin-Berater treffen

Außenpolitik
18.09.2026 17:58
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die AfD-Führung soll ein Treffen mit einem Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten Wladimir Putin planen – und zwar im Frühling 2027. Das teilten zwei Insider jetzt mit. Demnach soll es um die Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen nach Deutschland gehen.

Die deutsche Bundesregierung lehnt das ab, auch die EU untersagt mittlerweile die Einfuhr von russischem Pipelinegas. Zudem hat die AfD im Gegensatz zur Regierung gar keine Befugnisse für Energieaußenbeziehungen. Laut den Insidern sollen der Chef des russischen Staatsfonds, Kirill Dmitrijew, sowie die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla an den Gesprächen im kommenden Frühling teilnehmen. Als mögliche Orte gaben sie Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien an.

Das Organisationsteam hoffe auf eine Teilnahme der US-Vertreter Steve Witkoff und Jared Kushner, die Dmitrijew diesen Monat in Moskau getroffen hat, hieß es. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter sagte aber, Witkoff und Kushner seien weder informiert noch eingeladen worden.

Weidel hat sich jüngst für ein Ende des Boykotts von russischem Gas und Öl ausgesprochen. Mit dem Treffen solle Berlin wegen der hohen Energiepreise unter Druck gesetzt werden, sagten die Insider. Die Alternative für Deutschland versucht derzeit vor allem in Ostdeutschland, mit der Nähe zu Russland zu punkten. An diesem Wochenende werden in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin Landtagswahlen durchgeführt. Die AfD ist in deutschlandweiten Umfragen aktuell die stärkste Partei. Allerdings gilt eine künftige Regierungsbeteiligung als unwahrscheinlich, die die anderen Parteien die Zusammenarbeit ablehnen. 

Kritik von CDU und Grünen
Auch die bekannt gewordenen Pläne stießen auf Kritik. „Deutschland darf nicht wieder von Russland abhängig werden (...). Putin nutzt die AfD für seine Zwecke aus“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Michael Kellner. „Russland nutzt Energie, insbesondere Nord Stream, als hybride Waffe für militärische Zwecke. Eine Wiedereröffnung von Nord Stream wäre eine Katastrophe für die europäische Sicherheit und würde Deutschland isolieren“, hielt der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter fest.

Zitat Icon

 Russland nutzt Energie, insbesondere Nord Stream, als hybride Waffe für militärische Zwecke.

Roderich Kiesewetter, CDU-Abgeordneter

Unterstützung kommt hingegen von der US-Handelskammer in Moskau. „Jede Plattform, die die Wiederherstellung des geschäftlichen Dialogs und die Rückkehr des gesunden Menschenverstands fördert, verdient Aufmerksamkeit“, hieß es. Vor Kriegsbeginn in der Ukraine im Februar 2022 hatte Deutschland mehr als die Hälfte seines Erdgases und über ein Drittel seiner Ölimporte aus Russland bezogen. Im September 2022 stellte Russland schließlich die Lieferungen ein.

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