Die Innsbrucker SPÖ verrät im „Krone“-Gespräch ihre Rolle in der Stadtkoalition, wem das Antreten von Ex-Parteichef Georg Dornauers schaden würde und wie sie zum Parteichef steht.
Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr wollte bei der Gemeinderatswahl 2024 in Innsbruck Bürgermeisterin werden. Gereicht hat es dafür nicht ganz, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Spekulationen, wonach sie bei der Landtagswahl Tirol 2027 in prominenterer Funktion antreten könnte, erteilt sie eine Absage: Sie werde bis 2030 in Innsbruck bleiben – und hier wohl einen neuen Angriff auf das Bürgermeisteramt starten. Was BM Johannes Anzengruber, mit dem sie sich in einer Koalition befindet, missfallen dürfte.
Denn sollte sich Mayr vom Bundes- und Landestrend absetzen und die linken Fraktionen inklusive der Grünen hinter sich scharen können, würde Anzengruber eine starke Konkurrenz erwachsen.
Beim Thema Wohnen funktioniert vieles nicht. Das würden wir anders machen.
Innsbrucks Stadtparteichef Benjamin Plach
„Stehen zu 100 Prozent hinter ihm“
Die jüngsten dramatischen Entwicklungen rund um Bundesparteichef Andreas Babler scheinen Mayrs und Stadtparteichef Benjamin Plachs Treue nicht zu erschüttern: „Wir stehen zu 100 Prozent hinter ihm“, betonten sie im „Krone“-Gespräch. Babler habe nach der letzten Nationalratswahl in einer schwierigen Phase „ein großartiges SPÖ-Regierungsteam aufgestellt mit den besten Zustimmungswerten“. Das werde in persönlichen Gesprächen immer wieder positiv erwähnt.
SPÖ-Handschrift beim Thema Wohnen
Mit ihrer bisherigen Rolle in der Innsbrucker Dreier-Koalition zeigten sich Mayr und Plach zufrieden: „Ruhe und Professionalität haben Einzug gehalten“, wurde betont. „Früher ging es darum, wer killt den nächsten Parkplatz. Heute nehmen Raumordnung und Wohnen breiten Raum ein.“
Er investiere viel Zeit in Wohnsprechstunden, betonte Plach. In der Wohnpolitik – ressortzuständig ist Vize-BM Georg Willi – „funktioniert vieles nicht. Das würden wir anders machen.“
Dornauer könnte schwarz-blau verhindern
Ob die SPÖ aus der bisherigen Arbeit Kapital schlagen kann, wird sich spätestens bei der nächsten Landtagswahl in einem Jahr zeigen. Viel wird auch davon abhängen, ob Ex-Parteichef Georg Dornauer antritt.
Dass er im Lager der SPÖ wildert, glauben Mayr und Plach eher nicht. Falls er antritt, könne er Schwarz-blau schwächen bzw. gar verhindern, weil er Wählerstimmen in deren Teich fischt, lautet ihre Einschätzung. Ziel der SPÖ sei es aber nicht, „ein Duell zwischen diesem oder jenen“ zu beschwören, sondern die SPÖ so stark zu machen, dass bei der Regierungsbildung an ihr kein Weg vorbeiführt.
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