„Aida“-Premiere

Von aussichtsloser Liebe in Zeiten des Kriegs

Kärnten
18.09.2026 12:00

Jubel und stehende Ovationen am Donnerstag zum Saisonauftakt im Klagenfurter Stadttheater mit Giuseppe Verdis Opernhit „Aida“, den ein luxuriöses Ensemble, prachtvolle Stimmen und das blendend disponierte Kärntner Sinfonieorchester tragen.

Nach drei Stunden (mit Pause), die wie im Flug vergehen, holt er am Donnerstag vor ausverkauftem Haus auch jene vor den Vorhang, „die man normalerweise nie sieht, weil sie hinter der Bühne arbeiten. Diese ,Aida’ war für uns eine große Herausforderung, und ich möchte Ihnen allen danken“, so Aron Stiehl.


Bildgewaltige Opulenz, entrümpelte Anklage
Mit seiner monumentalen Inszenierung in bildgewaltiger Opulenz und einer poppig-entrümpelten Anklage von Machtrausch und Kriegsbeschwörung, gelingt dem Hausherrn eine gleichermaßen tiefgängige wie leichtfüßige Adaption dieser unmöglichen Liebe in Zeiten des Kriegs, die Ägypten-Kitsch weitgehend ausspart, zynische Sieger-Egomanie im snobistischen „Herrenclub“ vorführt und im gewalttätigen Gestern (samt „bombiger“ Video-Überblendung) die wahlverwandten Zeichen von Heute findet.

Stimmige filmische Anleihen
Herrlich (und Charlie Chaplins genialer, filmischer Hitler-Satire „Der große Diktator“ entlehnt), der Tanz der Kriegsherren mit der Weltkugel – von Napoleon über Mussolini bis zu Castro. Und dass selbst die berühmte „Matrix“-Sprungpose (von Trinity) in Sabine Artholds souveräner Choreografie Platz findet, fällt unter die Rubrik: stimmig!

Großartiges Ensemble im wilden Kostümmix
Das ist auch das grandiose Ensemble in Thomas Stingls altägyptischem Freskensaal und Emmanuela Cossars wildem Kostümmix – allen voran Ruzana Grigorian, die als ägyptische Königstochter Amneris ihren expressiven Mezzo in die Schlacht um Radamès’ Liebe führt. Als leidende Rivalin, versklavte äthiopische Prinzessin und aussichtslos Liebende überzeugt „Aida“ Anna Princeva mit fein moduliertem Sopran und schönen Mittellagen wie Höhen. Vasyl Solodkyy ist als ägyptischer Feldherr zwischen zwei Frauen strahlender Heldentenor voll Glanz und Größe, „Ramfis“ Giorgi Chelidze Priester mit raumgreifendem Bass, Tommi Hakala äthiopischer König Amonasro mit viel Schmelz im Bariton, einmal mehr ein ohrgängiger Genuss Günter Wallners Chor in inhaltstragender Präsenz.

Orchestraler Prunk samt berühmtem Triumphmarsch, kammermusikalische Intimität und wuchtiges Blech sind bei Chefdirigent Chin-Chao Lin und seinem dynamischen KSO in besten Händen bis zum leisen Sterben der Liebenden und ihrem Gang ins Licht.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung