Wie können Eltern ihre Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen – und welche Warnsignale sollten sie kennen? Hedwig Wölfl, Psychologin und Geschäftsführerin der möwe Kinderschutz, erklärt, warum Prävention schon im Kleinkindalter beginnt und welche Botschaften Kinder stark machen.
„Krone“: Viele Eltern und andere Verwandte geben ihren Kindern ein Bussi auf den Mund. Ist das bedenklich?
Hedwig Wölfl: Ein Bussi auf den Mund ist nicht automatisch problematisch. Entscheidend ist, ob das Kind diese Form der Zuneigung möchte und ob sein Nein respektiert wird. Aus Sicht der Prävention ist es hilfreich, Kinder früh darin zu bestärken, selbst zu entscheiden, welche Formen von Nähe sich für sie gut und zur Person passend anfühlen. Problematisch wird es, wenn Kinder das Gefühl haben, Zärtlichkeiten dulden zu müssen, um Erwachsene nicht zu enttäuschen. Kinder sollten lernen: Sie dürfen ein Bussi, eine Umarmung oder Körperkontakt ablehnen, auch bei nahen Bezugspersonen. Wie viel körperliche Nähe in einer Familie gesund gelebt wird, ist kulturell und von Familie zu Familie unterschiedlich.
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