Einen Tag nach dem tollen 5-km-Rekord von Lisa Redlinger gab es bei der World Athletics Road Running Championships in Kopenhagen die nächste Bestmarke für Österreich! Julia Mayer lief im Halbmarathon in 1:10:54 ÖLV-Rekord und belegte Platz 38. Bei den Männern lag Timo Hinterndorfer als bester Österreicher als 57. in 1:02:44 sogar vor Rekordler Aaron Gruen, der in 1:04:16 nur 83. wurde. Sein Kommentar: „Ich bin ein Weichei. Das war ein Scheißrennen!”
War Aaron Gruen also am Boden zerstört, so konnte Julia Mayer einmal mehr über einen neuen Rekord jubeln. Sie verbesserte bei extrem schwierigen Bedingungen ihre vor zwei Jahren aufgestellte Bestmarke (1:11:09) um 15 Sekunden. „Der Wind war fast auf der ganzen Strecke ein Wahnsinn, nur ganz kurz hatten wir mal Rückenwind. Es war sehr hart zu laufen”, meinte die 32-Jährige.
„Rennen war ein Kampf!”
Noch dazu wollte kaum jemand Führungsarbeit in ihrer Gruppe machen, bei Kilometer 16 aber ging Julia Mayer dann noch vorn und kämpfte sich als 38. ins Ziel. „Das ganze Rennen war ein Kampf!” Vor allem auch die 600 m lange Zielgerade, wo die Läuferinnen einmal mehr hart gegen den Wind ankämpfen mussten. Julia: „Ich habe aber die Zeitnehmung im Ziel gesehen und wusste, dass es sich mit dem Rekord ausgehen musste!” So hatte sie an diesem Tag unter dem Strich Grund zum Jubeln. „Bei guten Bedingungen wäre ich hier 1:10 gelaufen!
Welterkord durch Kenianerin
In dem Weltklassefeld setzte sich Agnes Jebet Ngetich (Ken) als Weltmeisterin durch. In 1:05:15 stellte sie einen Weltrekord für ein reines Frauen-Rennen auf. Sie unterbot die Bestmarke von Agnes Jebet Ngetich (Ken) um eine Sekunde. Platz 38 konnte sich da für Julia Mayer sehen lassen. Lisa Redlinger hatte am Vortag den sensationellen 14. Platz belegt.
Gruen am Boden zerstört
Timo Hinterndorfer haderte auch – wie alle Läufer – mit dem Wind. Er verfehlte seinen U23-Rekord von 1:02:34 nur um zehn Sekunden. Am Anfang des Rennens lag er gemeinsam mit Aaron Gruen in einer Gruppe. „Mit meiner Platzierung bin ich sehr zufrieden”, meinte der 22-Jährige. Aaron Gruen, der heuer in 1:01:14 Rekord gelaufen war, hingegen war am Boden zerstört. Lange war er nicht ansprechbar. Dann meinte er kurz und bündig: „Es gibt keine Ausreden. Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich bin ein Weichei. Es war ein Scheißrennen. Mein Körper hat sich scheiße angefühlt. Ich konnte einfach nicht ans Limit gehen.”
Weltmeister wurde nach einem packenden Finish der Schwede Andreas Almgren mit neuem Europarekord von 58:06.
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