Nachdem die „Radikale Anti Smartphone Front“ (RASF) mit Plakaten wie „Spritzer statt Smartphone“ oder „Leben statt Liken!“ in der Wiener Innenstadt für Aufsehen gesorgt hat, folgt nun eine Aktion der Bewegung: Am Samstag wird ab 14 Uhr am Siebensternplatz eine „algorithmusfreie Zone“ errichtet.
In dieser sollen Menschen bewusst ins Gespräch kommen, anstatt am Handy zu scrollen, wie es seitens der Künstlergruppe am Montag hieß. Es werde demnach „ein kleiner, temporärer Ort, an dem Menschen ins Gespräch kommen und gemeinsam über die Auswirkungen von Algorithmen auf unser Leben nachdenken können“, sagte Benno Flügel, Initiator der Bewegung. „Wien lässt uns einfach nicht mehr los.“
Trend entgegenstemmen
Die RASF kritisiert, dass die digitale Dauerpräsenz persönliche Begegnungen verdränge, Selbstdarstellung fördere und zur gesellschaftlichen Spaltung beitrage. Mit der vermehrten Nutzung von „algorithmusfreien Räumen“ wie Bibliotheken, Kinos, Museen oder Bars sowie mit eben eigenen Aktionen will sich die RASF dem digitalen Trend entgegenstemmen.
Wichtiger als eine Horde Abonnenten auf Facebook oder Follower auf Instagram sei eine „Handvoll Freunde, mit denen wir lachen, weinen und über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens reden können“.
In Wien traf die RASF wohl einen Nerv der Zeit. Die Resonanz auf die Plakataktion sei „größer als in allen anderen Städten“ gewesen, sagte Flügel. Viele Personen hätten sich gemeldet, um die Arbeit der RASF zu unterstützen oder mitzumachen.
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