Am Sonntag ist es schon wieder passiert. Wieder einmal wurde verlangt, dass die Österreicher doch endlich länger arbeiten sollten. Die bekannte Leier vom höheren Pensionsalter also.
Vom Ton her klingt das stark nach dem deutschen Untam Friedrich Merz. Bei dem beschleicht einen auch immer das ungute Gefühl, dass er alle außer sich selbst für faule Leute hält.
Für das Geraunze über die lästigen Massen der Ruheständler bedarf Österreich ohnehin nicht eines einzigen der Schlaumeier aus der Nachbarschaft. Das schaffen wir aus eigener Kraft. Entweder macht das einer von den auf Jammern spezialisierten Kapazundern aus der Industriellenvereinigung. Oder es erledigt einer von deren Lobbyisten.
Am Sonntag nun durfte Wirtschaftsforscher Gabriel Felbermayr im ORF die noch immer nicht originelle Idee von der längeren Lebensarbeitszeit wiederholen.
Klar, natürlich kann die Arbeit mit 67, 75 oder 80 Jahren Freude machen. Also für den Fall, dass man dann noch einen Arbeitsplatz haben sollte. Auf derartige Kleinigkeiten kann aber auch der beste Professor nicht achten. Und dass ein seit seinem Schulabschluss im Berufsleben stehender Mensch nach 45 Jahren vielleicht müde ist und man nicht deshalb weniger erschöpft ist, nur weil man 87 Jahre oder älter wird, kann vom hohen Ross des Wissenschafters schnell einmal übersehen werden.
Vorausschauende Politik ist mehr als eine tadellose Excel-Tabelle. Sonst könnte man gleich sagen, dass sich nur ein früher Tod rechnet.
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