Pensionen steigen

Ausgleichszulage: Wer kriegt sie, was ändert sich?

Wirtschaft
30.08.2026 22:36

Kanzler Christian Stocker hat jüngst einen Staatsfonds zur Absicherung der Pensionszahlungen ins Spiel gebracht. Ein solcher Fonds ist allerdings noch lange nicht spruchreif. Fest stehen hingegen Änderungen bei der Ausgleichszulage, die ab 2027 mehr Pensionisten als bisher kriegen könnten.

In Österreich gibt es keine gesetzliche Mindesthöhe für die Pension. Kriegt jemand eine sehr kleine Pension, kommt allerdings die Ausgleichszulage ins Spiel. Hinter dem sperrigen Begriff Ausgleichszulage – auch Mindestpension genannt – versteckt sich eine ganz einfache Idee: Menschen mit schmaler Pension bekommen vom Staat noch Geld oben drauf. Ab kommendem Jahr könnten dann mehr Pensionisten als bisher davon profitieren.

Grenzwert genau festgelegt
Aber von vorne: Wie viel Geld die Pensionisten zusätzlich bekommen können, ist genau festgelegt. Aktuell gilt, dass alleinstehende Pensionisten mit einem Einkommen unter dem Richtsatz von 1308,39 Euro eine Ausgleichszulage kriegen, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Pensionisten bekommen dann die Differenz auf die 1308,39 Euro ausgezahlt, wie auf der Website oesterreich.gv.at zu lesen ist. Für Pensionisten, die mit ihrem Ehepartner oder eingetragenem Partner gemeinsam wohnen, ist dieser Richtsatz höher, er liegt aktuell bei 2064,12 Euro.

Ausgleichzulagen-Richtsätze 2027:

Alleinstehende Pensionisten: Statt 1308,39 Euro beträgt der Richtsatz ab 2027 für alleinstehende Pensionisten dann 1351,57 Euro.

Verheiratete Pensionisten: Statt 2064,12 Euro beträgt der Richtsatz ab 2027 für verheiratete und verpartnerte Pensionisten dann 2132,24 Euro.

Mit 2027 wird sich aber die Höhe der Ausgleichszulage ändern. In ihrem Budgetbericht hat die Regierung festgehalten, wie groß das Plus ausfallen wird: Die Ausgleichszulagen-Richtsätze werden um 3,3 Prozent steigen.

Jetzt wird es allerdings spannend: Denn die Pensionen steigen bis zur Höchstbeitragsgrundlage nur um 2,95 Prozent – und damit weniger stark als die Ausgleichszulagen-Richtsätze. Dadurch könnten ab 2027 plötzlich Pensionisten Anspruch auf eine Ausgleichszulage haben, die jetzt keinen haben. Konkret betrifft das unter den Alleinstehenden die, die jetzt zwischen 1308,40 und 1312,83 Euro bekommen. Ihr Einkommen liegt jetzt knapp über dem Ausgleichszulagen-Richtwert und ab 2027 dann knapp darunter.

Wann bekommt man die Ausgleichszulage?
Im Normalfall bekommen Pensionisten eine Ausgleichszulage, wenn ihr monatliches Einkommen (Summe aus Brutto-Pension, anrechenbarem Nettoeinkommen und zu berücksichtigende Unterhaltsansprüche) unter dem Richtsatz liegt und sie in Österreich leben. Pensionisten, die die Ausgleichszulage kriegen, müssen übrigens grundsätzlich auch keinen ORF-Beitrag und Rezeptgebühren zahlen.

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