Weil einem Alpinisten im Tiroler Karwendelgebirge ein Bergschuh „abstürzte“, rückte die Bergrettung Seefeld zu einem ungewöhnlichen Einsatz aus. Sie brachte dem Mann ein Paar Ersatzschuhe.
Es gibt Einsätze, die bleiben den Tiroler Bergrettern besonders in Erinnerung. Meist handelt es sich dabei um ganz heikle Aufgaben. Dann gibt es solche, die im Gedächtnis hängen bleiben, weil sie zwar einfach, aber ganz speziell gewesen sind. Zu einem solchen musste kürzlich die Bergrettung Seefeld/Reith ausrücken.
Schuh stürzte in Rinne ab
Was war passiert? Ein einheimischer Alpinist befand sich auf dem Höhenweg zwischen der Nördlinger Hütte und dem Solsteinhaus. Im Bereich der Kuhljochspitze (2297 m) passierte dann das Malheur mit dem Schuh. Offenbar bei einer Pause zog sich der Einheimische kurz die Bergschuhe aus, dabei stürzte einer davon in eine Rinne ab. Den zu bergen, schien zu gefährlich.
Ausgesetzter, anspruchsvoller Höhenweg
Der Wanderer traute sich daraufhin nicht mehr, auf dem ausgesetzten und anspruchsvollen Weg weiterzugehen – und schlug bei der Leitstelle Tirol Alarm. Dieser landete umgehend bei der Bergrettung Seefeld/Reith. Dort gab es zunächst Staunen bei Ortsstellenleiter Andreas Wanner.
„Wir haben kurz überlegt und wollten den Polizeihubschrauber Libelle Tirol verständigen, um den Mann zu holen. Denn es herrschte an dem Tag gutes Flugwetter“, schildert Wanner im Gespräch mit der „Krone“. Die Libelle war an dem Tag freilich anderweitig und fast pausenlos beschäftigt. So beschlossen die Seefelder Bergretter eine terrestrische Rettungsaktion.
Nachbarin brachte Ersatzschuhe
Nach telefonischem Kontakt mit dem „Schuhopfer“ wurde vereinbart, Ersatzschuhe bei dem in Reith bei Seefeld ansässigen Mann zu holen – und ihm zu bringen. Dazu hat man eine Nachbarin des Einheimischen kontaktiert. Die kam mit Reserveschuhen zum Reither Dorfplatz, wo die Übergabe an zwei Bergretter stattfand.
Wanderer kam Helfern entgegen
Die beiden Bergretter fuhren in der Folge mit der Materialseilbahn zur Nördlinger Hütte, die der Hüttenwirt dankenswerterweise extra in Betrieb nahm. „Daraufhin joggten sie zu dem Mann, der ihnen langsam entgegenkam“, schildert Wanner: „Er hatte zwei Stocken angezogen und einen Stofffetzen um den Fuß gewickelt.“
Mit Materialseilbahn ins Tal
Mit dem neuen Paar Schuhe an den Füßen machte er sich dann, eskortiert von den Bergrettern, zurück zur Nördlinger Hütte. In der Materialseilbahn fuhr das Trio zurück ins Tal.
Rechnung für das Missgeschick
„Der Mann war sehr dankbar, er hat einfach nicht gewusst, was er ohne Schuh tun sollte“, erzählt Bergretter Wanner. Jetzt flattert ihm freilich eine Rechnung für den Schuh-Einsatz ins Haus ...
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