GUTEN MORGEN

Jeder kann sich erinnern | Durcheinandergerüttelt

Jeder kann sich erinnern. Was für Bilder! Jeder, der damals zumindest schon ein paar Jahre alt war, kann sich an diese Bilder erinnern, an das, was da am 11. 9. 2001 in New York passierte. Jeder und jede kann sich erinnern, wo er oder sie damals – in Österreich war es mittlerer Nachmittag – war, wo er oder sie erfuhr, wo er oder sie ein TV-Gerät fand (Streaming gab es noch längst nicht!), um zu sehen, was man nie zuvor gesehen hatte und sich niemals zu sehen gewünscht hatte: Zwei Passagierflugzeuge, die in die Türme des World Trade Centers gelenkt wurden, für Tausende Tote sorgten. Es waren Geschehnisse, es waren Bilder, die, und das darf und muss man ohne einen Funken Übertreibung sagen, die Welt veränderten. Al-Kaida-Terroristen hatten einen Anschlag auf die westliche Welt verübt, wie es ihn nie zuvor gegeben hatte. Und wie er in dieser Dimension auch danach nicht mehr passiert ist. Unter anderem, weil die seither geltenden Sicherheitsbestimmungen uns das Leben schwerer machen, aber auch den Terroristen manche Möglichkeiten nehmen. 25 Jahre danach spüren wir aber vor allem die politischen Folgen. 9/11 hat die Weltordnung durcheinandergerüttelt.

Durcheinandergerüttelt. Was für Bilder! Am 11. 9. 2026 wurde in New York der schrecklichen Geschehnisse 25 Jahre zuvor gedacht. Da standen sie gestern Seite an Seite, die noch lebenden US-Präsidenten. Bill Clinton ist ebenso da wie Barack Obama, Joe Biden und George W. Bush. Ja, und nicht wenige haben sich 25 Jahre danach gedacht, wie sehr sich die Welt einen wie diesen republikanischen Präsidenten, der weder rund um und nach 9/11 mit dem von ihm ausgerufenen „Krieg gegen den Terror“ und in vielen anderen Belangen in den damaligen Augen besonders gute Figur gemacht hatte, heutzutage herbeisehnen würde. Stattdessen regiert Donald Trump, der New York gestern fernblieb, weil er dort keine Rede hätte schwingen dürfen. So wich Trump auf das Pentagon aus, die Zentrale des US-Militärs, das vor 25 Jahren ebenfalls mit einem entführten Passagierflugzeug angegriffen worden war. Und schwang dort seine Rede, in der er den US-Krieg gegen den Iran verteidigte. Ja, die Weltordnung bleibt 25 Jahre nach 9/11 durcheinandergerüttelt.

Kommen Sie gut durch den Samstag!

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