Debatte geht weiter

„Zu lange“: WKO-Chefin für kürzere Sommerferien

Österreich
11.09.2026 19:51

Die hitzige Debatte um eine Kürzung der Sommerferien reißt nicht ab. Nun geht auch Wirtschaftskammerpräsidentin Martha Schultz mit einem brisanten Vorschlag in die Offensive.  

Schultz ist nicht nur WKO-Präsidentin und Chefin des ÖVP-Wirtschaftsbundes, sondern führt auch ein Tourismusunternehmen. Ihr zufolge gebe es immer wieder Klagen aus der Wirtschaft und auch von ihren eigenen Mitarbeiterinnen, dass die Sommerferien zu lange seien.

Betreuungsprobleme
„Es braucht hier Verbesserungen, vor allem für Frauen. Denn wir wissen schon, dass die Care-Arbeit in diesem Bereich noch immer vorwiegend die Frauen machen“, betonte Schultz in einem Bericht der „ZiB 1“ am Freitagabend. Ihr Vorschlag: eine Reduzierung der Sommerferien von derzeit neun auf sechs Wochen.

„Das ist in unserem Kulturkreis eigentlich die Usance. Und es wäre eine Verbesserung für die, die Kinder haben und in jenen Zeiten Betreuungspflichten übernehmen müssen, wo viele Einrichtungen geschlossen sind.“ 

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Wir wissen, dass die Care-Arbeit in diesem Bereich noch immer die Frauen machen. 

Martha Schultz

Auch Wiener Elternvertretung für Kürzung
Bereits im Juni forderte der Landesverband der Wiener Pflichtschulelternvereine eine Kürzung der Sommerferien auf sechs Wochen. „Überlange Ferien“ würden vor allem in Mathematik und Rechtschreibung zu Wissensverlusten führen. „Nur weil etwas immer schon so war, heißt das ja nicht, dass es gut ist und so bleiben muss“, verlangte der Vorsitzende Georg Brockmeyer eine ernsthafte, faktenbasierte Debatte. Sechs Wochen Schulferien im Sommer seien ihm zufolge genug. Er verwies auf entsprechende Regelungen in anderen Ländern wie Deutschland, Dänemark oder Großbritannien.

Sind neun Wochen Sommerferien zu lange? Die hitzige Debatte um eine Kürzung reißt nicht ab.
Sind neun Wochen Sommerferien zu lange? Die hitzige Debatte um eine Kürzung reißt nicht ab.(Bild: Christian Jauschowetz)

Die neunwöchigen Sommerferien in Österreich seien historisch nur mit Bedürfnissen einer arbeitsintensiven Landwirtschaft längst vergangener Zeiten zu erklären, aber „zum Heuen muss heute wohl niemand mehr“, betonte Brockmeyer. Die durch eine Neuorganisation gewonnenen zusätzlichen drei Schulwochen sollten nach Ansicht der Wiener Pflichtschul-Elternvertretung für Bildungsangebote genutzt werden, für die sonst wenig Platz sei.

Sommerferien: Österreicher bei Länge gespalten
Die Österreicher sind in der Frage über die richtige Dauer der Sommerferien gespalten. Laut einer Umfrage von Marketagent unter 1000 Personen zwischen 14 und 75 Jahren halten 49 Prozent die derzeit neunwöchigen Ferien für zu lang. Für 43 Prozent ist die Dauer gerade richtig, der Rest empfindet sie sogar als zu kurz. Unter jenen Personen, die mit der aktuellen Dauer nicht zufrieden sind, wünschen sich die meisten (32 Prozent) sechs Wochen Sommerferien. 19 Prozent reichen ein bis vier Wochen, 17 Prozent plädieren für sieben Wochen, zwölf Prozent für fünf und sechs Prozent für acht Wochen. Der Rest präferiert „mehr als acht Wochen“.

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