„Wir leben im Zeitalter der hybriden Kriegsführung“, sagt Gerfried Promberger, Bundesheer-Kommandant der Luftstreitkräfte, anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums der Luftstreikkräfte in Salzburg. Hier wird erklärt, wie das Bundesheer im Notfall bei potenziell gefährlichen Drohnensichtungen reagiert.
Das Österreichische Bundesheer investiert bekanntlich 2,5 Milliarden Euro in ein Drohnenkompetenzzentrum, das in Salzburg bei der Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim ausgebaut wird.
Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs ist die Aufrüstung des Bundesheeres laut dem Luftstreitkräfte-Chef Gerfried Promberger unerlässlich. Der Major betont zugleich: „Wir sind derzeit im tiefsten Frieden und nicht in einem Kriegszustand. Wir überwachen aber durchgehend den Luftraum.“
Denn: Fremde Drohnensichtungen gebe es auch immer wieder in Salzburg. „Zuletzt über der Schwarzenbergkaserne. Wer dahintersteckt, ist noch Gegenstand der Ermittlungen“, so Promberger. Auch auf Anfrage beim Verteidigungsministerium lässt ein Sprecher wissen, dass man derzeit keine Auskunft über die Herkunft der Drohnensichtungen geben könne.
Das passiert, wenn feindliche Drohnen erkannt werden
Und wie entscheidet sich, ob fremde Drohnen eine Bedrohung darstellen und ausgeschaltet werden müssen? Pressesprecher René Auer vom Militärkommando Salzburg: „Die Drohne wird im Anflug erkannt. Der Kommandant muss beurteilen, ob die Drohne eine Bedrohung darstellt oder nicht, konkret, ob sie etwa eine Sprengsatzladung hat oder nur Filmaufnahmen macht. Dann kann der Kommandant ihren Sender mittels Drohnenabwehrsystem elektronisch stören oder sie mit einer Lenkwaffe abschießen. Im Extremfall kommen Kampfjets in den Einsatz.“
Auer betont, dass die Systeme nicht voll automatisiert laufen, sondern immer von einem Kommandanten freigegeben werden müssten. Bis es aber überhaupt zum Ausschalten der Drohne komme, sei es immer Abwägungssache. Wenn diese auf die Autobahn oder eine Straße stürze, könne es schnell einen Personenschaden geben, so Auer.
Zusammenarbeit mit Deutschland
Das erste Drohnenabwehrelement bekam die Schwarzenbergkaserne im Jahr 2017. „Zusatzgeräte für das Drohnenabwehrsystem haben wir heuer neu eingekauft. Damit haben wir eine sogenannte Kampfwertsteigerung“, erklärt Auer. Die neu angeschafften Geräte stammen übrigens von der weltweit im Bereich Drohnenabwehr führenden deutschen Hightech-Firma Aaronia.
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