Jetzt ist es offiziell: Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) und Sportdirektor Peter Schöttel gehen getrennte Wege! Die „Krone“ hatte bereits gestern von der bevorstehenden „Scheidung“ berichtet und heute wurde diese im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung am ÖFB-Campus in Wien auch tatsächlich vollzogen …
Wie es vonseiten des ÖFB heißt, liegen dem Ende der Zusammenarbeit „unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der künftigen strategischen Ausrichtung und Ausgestaltung der Position zugrunde“. Gleichzeitig wurde ausdrücklich die Wertschätzung „für die von Peter Schöttel in den vergangenen neun Jahren geleistete Arbeit sowie für seine Person“ betont.
„Wir bedanken uns bei Peter Schöttel!“
„Wir bedanken uns bei Peter Schöttel für seine Arbeit in den vergangenen Jahren, die von vielen Erfolgen für den ÖFB geprägt war“, erklärte der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Pröll nach der entscheidenden Sitzung des Verbandsgremiums. Für seinen weiteren Weg wünsche man dem 59-Jährigen „alles Gute und viel Erfolg“.
Der nunmehr ehemalige ÖFB-Sportdirektor selbst nahm „die getroffene Entscheidung zur Kenntnis. Gleichzeitig möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere der Direktion Sport, für die gute und kollegiale Zusammenarbeit in neun sehr erfolgreichen Jahren bedanken“.
Keine WM-Analyse mehr
Bei der WM im Sommer in Nordamerika war Schöttel vor Ort noch mit dabei gewesen. Sein auf der Meeting-Agenda vorgesehener Bericht zum Turnier samt Aus im Sechzehntelfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien (0:3) fiel kurz aus, dafür nahm der scheidende Sportdirektor noch einmal ausführlich zu seiner gesamten Arbeit in den vergangenen Jahren Stellung und hob dabei auch seine Erfolge hervor. An seiner Abberufung änderte das nichts – der Beschluss wurde offenbar mit drei Enthaltungen, aber ohne Gegenstimmen gefasst.
Die detaillierte, rund einstündige WM-Analyse lieferte stattdessen Rangnick ab. Zur Personalie Schöttel gab es vom Deutschen bei seiner ersten Teilnahme an einer Sitzung des höchsten Verbandsgremiums seit über zwei Jahren keine Stellungnahme. Der Nationaltrainer verließ allerdings auch das Meeting nach seiner Präsentation und war daher nicht mehr dabei, als über die Trennung von Schöttel diskutiert wurde und dem 59-Jährigen dabei unter anderem vorgeworfen wurde, sich zu wenig in den aktuell laufenden Strategieprozess einzubringen.
Generell waren seit der Bestellung von Rangnick zum ÖFB-Teamchef im Frühjahr 2022 nicht mehr alle wesentlichen Entscheidungen im sportlichen Bereich über den Tisch des Ex-Nationalspielers gelaufen.
War seit 2017 im Amt gewesen
Der 59-jährige Schöttel war im August 2017 zunächst als U19-Teamchef zum ÖFB gestoßen, wenige Wochen später aber als Nachfolger von Willi Ruttensteiner ins Amt des Sportdirektors gehievt worden. In seine Amtszeit fallen zwei Teilnahmen des Nationalteams an Europameisterschaften sowie die erstmalige Qualifikation für eine Weltmeisterschaft seit 1998.
Was Teamchef-Bestellungen anbelangt, wirkte Schöttel beim A-Team lediglich an deren zwei mit. Vor Ralf Rangnick war dies 2017 bei dessen deutschem Landsmann Franco Foda der Fall gewesen. Im Frauen-Bereich gab Schöttel 2020 Irene Fuhrmann die Chance, die das Nationalteam 2022 ins EM-Viertelfinale führte. 2024 folgte ihr Alexander Schriebl nach, den der ÖFB zuletzt im April durch den Dänen Lars Söndergaard ersetzte. Eines der Highlights war der Vizeweltmeistertitel der männlichen U17 im Vorjahr in Katar.
Prödl möglicher Nachfolger
Als einer der möglichen Nachfolger von Schöttel gilt Sebastian Prödl. Der Ex-Nationalspieler wurde mit Jahresbeginn 2025 – auch auf Wunsch von Rangnick nach zusätzlichem Personal in diesem sensiblen Bereich – als sportlicher Leiter der Nachwuchs-Nationalteams eingesetzt.
Als dieser verantwortet der 39-Jährige unter anderem den Umgang des Verbandes mit Spielern, die ob ihrer Herkunft für mehrere verschiedene Nationen spielen dürfen. Pröll will sich laut Verbandsangaben am Montag (14 Uhr) im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der Rangnick auch seinen Kader für den anstehenden Auftakt der Nations League bekannt geben wird, über die weitere Vorgehensweise beim Sportdirektor-Posten äußern.
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