Der Erbstreit mutet langsam einem Basar an: 24 Millionen Euro fordert Baumeister-Witwe Simone für einen Gesamtvergleich. Die Gegner boten drei – und erhöhten jetzt auf vier Millionen. Im Gerichtssaal wurden am Freitag indes abermals die letzten Wochen im Leben von Richard Lugner breitgetreten.
Es hätte der letzte Verhandlungstag im Wiener Justizpalast werden sollen. Im Streit um das lebenslange Wohnrecht für Richard Lugners Witwe Simone im Baumeister-Anwesen in Wien Döbling treffen die Streitparteien erneut in Saal 9 aufeinander. Wieder werden die letzten Monate von „Mörtel“, der am 12. August 2024 mit 91 Jahren verstorben ist, breitgetreten.
Wer pflegte Richard vor seinem Tod?
Die Gretchenfrage ist, ob die 44-jährige Witwe den Ehevertrag erfüllt und Richard gepflegt hat. Die Lugner Familien-Privatstiftung bestreitet das und reichte Klage ein.
Er hat einen sehr schlechten Eindruck auf mich gemacht, geatmet hat er wie Darth Vader.
Ein Hausarbeiter sagt als Zeuge aus.
Im Gericht will man ganz tief in das Privatleben im Hause Lugner eintauchen. Im Detail wird darüber gesprochen, wer welche Tätigkeiten im Haushalt übernommen hat und wer wo geschlafen hat. Breitgetreten wird auch der Gesundheitszustand des Society-Löwen: „Er hat einen sehr schlechten Eindruck auf mich gemacht, geatmet hat er wie Darth Vader“, erinnert sich ein Haustechniker der Lugner City, der auch regelmäßig in dessen Villa Arbeiten durchgeführt hat. Er habe sich gewundert, dass Richard und Simone getrennte Wohnbereiche im Haus hatten. „Es liegt ein langer Weg zwischen den Zimmern. Ich glaube nicht, dass man da das Rufen hört, wenn jemand Hilfe benötigt.“
Die Ex-Frauen Lugners hätten seines Wissens nach in dessen Schlafzimmer genächtigt. Während Simone das frühere Gästezimmer mit eigenem Bad bezog.
Simone Lugners Anwalt Florian Höllwarth ist davon überzeugt, dass seine Klientin den Ehepakt eingehalten hat. Für einen möglichen Vergleich fordert er für die Witwe die stolze Summe 24 Millionen Euro. Dann würde sie aus der Villa ausziehen, auch das Erbe und die Stiftungsanteile wären damit zur Gänze abgegolten.
Wir haben unser Angebot jetzt um ein Drittel erhöht, bieten nun also vier Millionen Euro.

Anwalt Markus Tschank vertritt die Familienstiftung.
Bild: Eva Manhart
Das Angebot der Gegenseite lautete indes drei Millionen Euro – für alles: „Wir haben unser Angebot jetzt um ein Drittel erhöht, bieten nun also vier Millionen Euro“, sagt Anwalt Markus Tschank, der die Stiftungsseite vertritt.
Der Fall könnte bis zum Höchstgericht gehen
Höllwarth und Simone Lugner wollen den Universalvergleich nun prüfen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist und um eine zweistellige Millionensumme gefeilscht wird. Einigt man sich nicht, droht ein jahrelanger Gerichtsstreit. Beide Seiten haben angekündigt, bis zum Obersten Gerichtshof kämpfen zu wollen.
Wie ein Strudelteig zieht sich auch der Gerichtsstreit um das Wohnrecht. Die Verhandlung wurde erneut vertagt auf 18. Dezember.
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