Knapp 30 Kilometer Wasser trennen Afrika vom Jemen – und entscheiden über den Welthandel. Mit der Besetzung der Meerenge Bab al-Mandab bringt die Huthi-Miliz das südliche Nadelöhr zum Suezkanal unter ihre Kontrolle. Das historische „Tor der Tränen“ wird erneut zum brandgefährlichen Pulverfass.
An der schmalsten Stelle misst die Meeresstraße von Bab al-Mandab knapp dreißig Kilometer. Auf der einen Seite liegt Afrika, auf der anderen die Küste des Jemen. Es ist ein unscheinbarer Streifen Wasser, den Seefahrer seit Jahrhunderten das «Tor der Tränen» nennen – einst wegen seiner tückischen Felsen, heute wegen der großen Weltpolitik. In den vergangenen Tagen hat sich dieses Nadelöhr in ein gefährliches Pulverfass verwandelt. Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz hat strategisch entscheidende Orte an der jemenitischen Küste einnahmen. Dazu gehören die historische Hafenstadt Mokka, der Küstenort Dhubab sowie die kleine Insel Perim, die mitten in der Meerenge liegt und den Schiffsverkehr teilt. Damit haben die Rebellen die Kontrolle über eine der wichtigsten Wasserstraßen der Erde übernommen.
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