März 2026: Generaldirektor Roland Weißmann, aussichtsreichster Kandidat bei der für den August festgesetzten Neuwahl der ORF-Führung von 2027 bis 2031, wird von der Stiftungsratsspitze zum Rückzug gedrängt.
April: Ingrid Thurnher wird zur Generaldirektorin bis Ende 2026 bestellt.
Mai: Die Position des künftigen Generaldirektors wird ausgeschrieben, ruchbar wird, dass man sich im Kanzleramt dafür bereits auf APA-Chef Pig festgelegt habe.
Juni: Der Stiftungsrat wählt in der um zwei Monate vorverlegten Sitzung tatsächlich Clemens Pig.
August: Entscheidung über die vier Direktoren aus Pigs Team und die neun Landesdirektoren.
September: Start zur Diskussion der ORF-Reform.
Wo sehen Sie den Fehler? Im Zeitablauf!
Statt sich zuerst über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Senders samt Finanzierung und Struktur politisch zu verständigen, zäumt man das Pferd von hinten auf und bestellt davor die neue Führung. Erst danach beginnt man, darüber zu reden, ob die Österreicher weiterhin via Haushaltsabgabe den ORF bezahlen müssen, wie der öffentlich-rechtliche Auftrag definiert sein wird, wie der unsägliche Stiftungsrat zerschlagen und durch einen kleinen, qualifizierten Aufsichtsrat ersetzt wird. Und ob der ORF künftig von einem dreiköpfigen Vorstand statt von einem Generaldirektor mit vier Unterdirektoren geführt wird.
Das ist ein Politversagen der Sonderklasse – man schadet dem ORF, dem Medienstandort. Aber vor allem schadet sich die Politik wieder einmal selbst.
Kommen Sie gut durch den Freitag!
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