Am Kirtag in Altaussee

Polterer-Runde pfeift auf Meinl-Reisinger

Innenpolitik
09.09.2026 14:28

Erst gab es Buhrufe, Pfiffe, dann rief Beate Meinl-Reisinger am Altausseer Kirtag von der Bühne: „Und jetzt hört’s mal auf!“ Als Störaktion der FPÖ tat die Außenministerin die Szene ab. Tatsächlich handelte es sich wohl um eine Polterergruppe aus Oberösterreich. Für die FPÖ ein gefundenes Fressen.

Wie üblich besucht Meinl-Reisinger auch dieses Jahr in Festtagstracht am Samstag den Kirtag, mischte sich sichtlich gut gelaunt unter die Feiernden, gab Autogramme und machte Selfies. Als sie dann eine kurze Ansprache hielt, wurden in Teilen des Publikums im Bierzelt Buhrufe und Pfiffe laut. „Ich weiß einfach, wo es wirklich schön ist, wo man gerne herkommt, wo man sich wohlfühlt, wo man viele nette Menschen trifft“, sagte die Politikerin, die im steirischen Salzkammergut ein Feriendomizil hat. „Jawohl, es ist einfach schön da, wirklich schön.“

„Jetzt hört‘s mal auf“
Währenddessen gab es aber laute Pfiffe und Buhrufe aus Teilen des Publikums, auf die die Ministerin dann auch direkt einging. „Und jetzt hört’s mal auf. Wir sind alle gemeinsam in Österreich“, versuchte sie zu beschwichtigen. „Wir freuen uns, heute hier zu sein und wir genießen gemeinsam den Abend. Auf einen schönen Abend im Altausseer Bierzelt!“, rief sie zum Abschluss.

Später sprach die 48-Jährige von einer „Störaktion der FPÖ“, die nicht gelungen sei. Die FPÖ wolle „provozieren, polarisieren und spalten“ doch beim „Kiritog“ wolle das niemand, betonte sie auf Instagram, „sondern einfach gemeinsam feiern“. Mit Letztem hat Meinl-Reisinger wahrscheinlich recht, aber ihre Anschuldigungen sind offensichtlich falsch. 

Im Bierzelt befand sich eine Poltergruppe aus Oberösterreich mit 50 Leuten, die blaue Hüte aufhatten. Einige von ihnen dürften gepfiffen haben und sich von den späteren Anschuldigungen der Ministerin angegriffen gefühlt haben. Einer der Männer hat sich jedenfalls bei Medien und der FPÖ gemeldet. Der „Krone“ liegt das Mail vor. „Tiefer geht‘s nimmer von der Reisinger“, schreibt er darin.

Wurde die Polterer-Runde von Meinl-Reisinger für FPÖ-Aktivisten gehalten?
Wurde die Polterer-Runde von Meinl-Reisinger für FPÖ-Aktivisten gehalten?(Bild: Privat)
Die Laune hat man sich aber nicht verderben lassen.
Die Laune hat man sich aber nicht verderben lassen.(Bild: Privat)

Als „Skandal“ bezeichnet FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz das Verhalten der Ministerin. „Es ist typisch für die überhebliche und selbstverliebte Art der Außenministerin. Sie kann es sich einfach nicht vorstellen, dass sie jemand nicht sympathisch findet und sie anhimmelt, sondern mit Pfiffen bedenkt. Vielleicht sollte einer ihrer Parteifreunde Meinl-Reisinger in die Realität zurückholen. Sogar aus der eigenen Partei kommt massive Kritik an ihrer Person. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass in einem vollen Bierzelt Menschen sind, die Beate Meinl-Reisinger nicht mögen.“

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