Mit einer Rekordquote von nahezu 800.000 Zusehern lief vergangenen Montag das ORF-„Sommergespräch“ mit dem FPÖ-Chef Herbert Kickl über die Bildschirme. Und sonderlich freundschaftlich war dieses Gespräch nicht. Aus Mimik und Körpersprache der Moderatorin Simone Stribl konnte man deutlich Ablehnung, wenn nicht gar Abscheu herauslesen. Und Kickl machte aus seinem Herzen auch keine Mördergrube, wenn er vereinzelte Fragen Stribls schlichtweg als „blöd“ bezeichnete.
Primär ging es dann um das Verhältnis der Freiheitlichen zur Alternative für Deutschland, wobei Kickl der Begriff Schwesterpartei zurückwies und meinte, dann müsse man ja auch gemeinsame Eltern haben.
EINERSEITS war klar, was nun folgen musste: Denn der Nationalsozialismus sei es natürlich, der an der Wiege der FPÖ gestanden sei. Parteigründer Anton Reinthaller war NS-Minister, Friedrich Peter SS-Offizier und so weiter …
ANDERERSEITS weiß jedermann, der ein wenig Ahnung von österreichischer Geschichte hat, dass alle politischen Lager des Landes, nicht nur die Freiheitlichen, höchst bedenkliche ideologische Ahnen haben: Die ÖVP den Austrofaschismus eines Engelbert Dollfuß mit dem autoritären Ständestaat. Und die SPÖ den Austromarxismus, der programmatisch, gleich wie seine stalinistischen „Schwesterparteien“, die Diktatur des Proletariats anstrebte. Alles keine großen Demokratien also.
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