„Funktioniert nicht“

Irans Vize erklärt Internetsperren für gescheitert

Digital
08.09.2026 12:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Irans Erster Vizepräsident hat die massiven Internetsperren im Land für gescheitert erklärt. „Der Ansatz, Technologie zu verbieten, funktioniert nicht“, sagte Mohammad Reza Aref am Dienstag bei einem Treffen mit Geistlichen, wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete. Sogenannte Tunneldienste (VPN) hätten die Kontrolle über den virtuellen Raum zunichtegemacht.

Das Internet unterliegt im Iran einer strengen Zensur. Viele Webseiten und auch Apps sind in der Islamischen Republik mit ihren 86,5 Millionen Einwohnern gesperrt. Um Netzwerke wie Instagram, TikTok und YouTube zu nutzen, gehören VPNs für einen Großteil der Nutzer zum Alltag.

Während des Kriegs, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten und auch bei den Massenprotesten gegen das iranische Regime zu Jahresbeginn, wurde die Bevölkerung wochenlang vom internationalen Netz abgeschnitten. Dann waren phasenweise nur iranische Webseiten verfügbar.

Massive Auswirkungen auf Digitalwirtschaft
Der Vizepräsident räumte ein, dass die massiven Internetsperren in den vergangenen militärischen Konflikten zu Schäden geführt hätten. „Das Internet ist wie eine Autobahn. Wenn ein Fahrzeug auf einer Autobahn einen Verstoß begeht, soll man dann die gesamte Autobahn sperren oder gegen genau dieses Fahrzeug vorgehen, das den Verstoß begangen hat?“, fragte Aref. Eine Alternative zu der kompletten Abschaltung des Internets oder den Sperren einzelner Apps nannte er nicht.

Die wochenlangen Internetsperren waren auch innerhalb der iranischen Regierung auf Kritik gestoßen. Sie hatten unter anderem massive Auswirkungen auf die Digitalwirtschaft. Tausende Iranerinnen und Iraner wurden arbeitslos. Eine kleine privilegierte Schicht im Iran nutzt das Internet seit Jahren mit sogenannten weißen SIM-Karten ohne Einschränkungen. Diese ermöglichen es, ohne Sperren und Restriktionen online zu gehen.

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