Umspannwerke als Ziel
Nach Angriffen: Polizei fasst Strom-Saboteur
Er ist gefasst: Jener Mann, der für Sabotageakte an mehreren Umspannwerken in Deutschland verantwortlich sein soll, wurde festgenommen. Nach dem 48-jährigen Daniel V. war mehrere Tage lang gefahndet worden.
Ziel der Angriffe waren Umspannwerke in mehreren deutschen Bundesländern, etwa in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen. Im Zuge der Ermittlungen rückte ein Mann in den Fokus – ein 48 Jahre alter Mann aus Gevelsberg (NRW). Nach ihm wurde daraufhin seit dem 3. September intensiv gefahndet.
Festnahme bei Verkehrskontrolle
Wie die „Bild“ am Dienstag berichtet, wurde dem Verdächtigen offenbar eine Verkehrskontrolle in der Nähe eines Kraftwerks im Raum Weisweiler zum Verhängnis. Die Polizei nahm den 48-Jährigen fest.
Rund um das Kraftwerk war die Polizei seit Montagnachmittag mit zahlreichen Kräften im Einsatz und hatte intensiv nach dem Tatverdächtigen gefahndet und Spuren gesichert. Nach einem Hinweis auf eine verdächtige Person im Umfeld des Kraftwerks waren dort Abschussvorrichtungen gefunden worden. Mit ihnen sollte vermutlich ein Kurzschluss an den nahe gelegenen Hochspannungsleitungen ausgelöst werden.
Um die Abschussvorrichtungen unschädlich zu machen, rückten am Montag zunächst Entschärfer aus dem Landeskriminalamt an, wie ein Polizeisprecher sagte. Dazu wurde zeitweise auch die Bundesautobahn 4 in der Nähe gesperrt. Im Zuge der Suche wurden Blitze gesehen und auch Knallgeräusche gehört. Schäden seien laut Polizei bisher nicht festgestellt worden.
Die Suche wurde aber aufgrund der Dunkelheit abgebrochen, und am Dienstagmorgen fortgesetzt – letztlich offenbar mit Erfolg.
Selbst gebaute Raketen abgeschossen
Die Vorgehensweise bei den Sabotageakten war stets gleich: Der Mann soll versucht haben, mit selbst gebauten Raketen einen dünnen Draht über die Hochspannungsleitungen zu schießen, mit der Absicht, auf diese Weise einen Kurzschluss auszulösen.
In Bergheim westlich von Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Kraftwerks lahmgelegt worden, zu Stromausfällen kam es aber nicht. Auch bei Jänschwalde in Brandenburg war ein solcher Angriff auf das Stromnetz erfolgreich.
Die Ermittler fanden in weiterer Folge auch mehrere Bekennerschreiben.

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