„Habe Feuer gelegt“

Prozess um Weißes Rössl beginnt mit Paukenschlag

Tirol
08.09.2026 12:29

Es mutet wie der Stoff für einen Landkrimi an: Zwei Brände in einem Denkmal, von denen einer nachweislich gelegt wurde. Dieser Fall ist zwar verjährt, aber seit Dienstag wieder Thema in einem Zivilprozess in Innsbruck. Am Beginn stand ein Geständnis, das es in sich hat. 

Mehr als 500 Jahre stand das Weiße Rössl in Gries am Brenner prominent am Weg über den wichtigen Alpenpass und war über Jahrhunderte ein Gasthaus. Im Vorjahr wurde es trotz Denkmalschutz abgerissen. Ein Brand im Jahr 2023 hatte große Schäden am Gebäude verursacht und einen Streit um den Erhalt des Denkmals zwischen Besitzer und Denkmalamt ausgelöst.

Spätes Geständnis hat Folgen
Doch der Brand 2023 ist bei dem Zivilprozess am Landesgericht in Innsbruck gar nicht das Thema. Sondern ein Feuer, das im Jahr 2010 in dem Gebäude tobte. Die Ermittler fanden heraus, dass das Feuer gelegt worden war. Ein Verdächtiger wurde aber freigesprochen.

Der Brand 2010 richtete großen Schaden an.
Der Brand 2010 richtete großen Schaden an.(Bild: ZOOM Tirol)

Just jener Verdächtige gibt jetzt auf einmal zu, das Feuer gelegt zu haben. Die Tat ist jedoch längst verjährt, aber könnte für den Besitzer des Gebäudes gravierende Folgen haben. Denn der dereinst Verdächtige gibt an, zur Brandlegung von diesem angestiftet worden zu sein. 10.000 Euro seien ihm dafür versprochen worden, gibt der Mann vor Gericht zu Protokoll. „Ich brauchte das Geld“, sagt er.

Versicherung will Geld zurück
Das späte Geständnis und die Anschuldigungen sind Grund dafür, dass die Versicherung jene rund 500.000 Euro zurückverlangt, die sie nach dem Brand 2010 an den Besitzer ausgezahlt hat. Darum hat die Versicherung auch den Zivilprozess angestrebt. In der Verhandlung geht es auch um viele Verstrickungen zwischen den einzelnen Protagonisten. So hat der jetzt so auskunftsfreudige „Brandstifter“ 2010 für die Ehefrau des Rössl-Besitzers als Türsteher in einem Lokal gearbeitet. 

Für seine jetzige Aussage sollen dem Mann 50.000 Euro in Aussicht gestellt worden sein. Auch das ist am Dienstag Thema. Der Zivilprozess ist noch für den ganzen Tag anberaumt. 

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