Gesellschaftlicher Wandel trifft auf Tradition: Der Zustrom bei der Landjugend in Salzburg ist seit Jahren konstant groß. Die neue Geschäftsführerin Theresa König über Wurzeln, Werte und Zukunft.
Wenn wir im Kern gleich bleiben, haben wir schon viel erreicht“, sagt Theresa König, seit Juni neue Geschäftsführerin der Salzburger Landjugend. Nicht zu verwechseln mit der Landesleitung, die ehrenamtlich wirkt. Bei Theresa laufen im Büro alle Fäden zusammen.
Es ist jeder willkommen, der bei uns mitmachen will. Diese Offenheit ist uns bei der Landjugend besonders wichtig.
Theresa König, neue Geschäftsführerin der Landjugend in Salzburg
Mit ungefähr 8500 Mitgliedern ist die Landjugend salzburgweit gut aufgestellt. Die Zahl bleibt seit Jahren in etwa konstant. Was viele nicht wissen: Nur etwa jedes zweite Mitglied kommt auch direkt von einem Bauernhof. Der Rest ist die Jugend vom Dorf. „Jeder kann profitieren“, weiß die 22-Jährige aus eigener Erfahrung. Auch sie selbst kommt nicht vom Bauernhof. Ihre Schwester nahm sie ursprünglich zur Landjugend mit und Theresa fing direkt nach der Matura als Referentin an.
Die Jugend profitiere sehr vom Programm, das in allen Bezirken aufgestellt wird. Von der Hofbesichtigung und Seminarreihen zu Fachthemen bis zu Persönlichkeitsbildung und der hohen Kunst guter Reden oder Kuriosem wie Ziegen-Yoga ist alles abgedeckt. Modern und heimatverbunden muss schon lange kein Widerspruch mehr sein. Gegen Klischees, dass es nur ums Feste feiern gehe, wo viel Alkohol fließt, verwehrt sie sich: „Bei der Landjugend wird immer sehr auf ein sicheres Umfeld geachtet.“ Und das reiche von Heimbringerdiensten bei Festen bis zum Einhalten von Jugendschutz. Werbevideos für Feste, die gerade für Kritik sorgten, seien überspitzte Botschaften, meint sie.
Über das Jahr gibt es viele Höhepunkte: Bei Mähmeisterschaften können Landjugendmitglieder groß auftrumpfen. Viel beachtet sind auch die Redewettbewerbe. „Der Max hat sogar einmal den Bundessieg geholt“, erzählt sie über den jetzigen Agrarlandesrat Maximilian Aigner, der früher Landjugend-Leiter war. Dabei schwingt Stolz mit. Die bäuerliche Jugend dankt es auch den Konsumenten, dass „Einkaufen daheim“ im Trend liegt. Wo es der Jugend besser geht – in der Stadt oder am Land? Da überlegt Theresa: „Am Land kann man sich wahrscheinlich besser für sein Zuhause einsetzen.“
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