Stress, lass nach!

Berater-Duo: „Das Handy ist immer dabei“

Das Sommer-Transferfenster ist in den meisten Ligen geschlossen: Die „Krone“ nahm das zum Anlass, um mit den Spielerberatern Philipp Mirtl und Thorsten Burkhardt von der Agentur „Gersh“ über die stressigen letzten Wochen und Monate zu plaudern.

„Die meiste Zeit bist du am Telefonieren. Du musst immer gucken, welche Informationen neu sind, wie es den Spielern geht. Du tauschst dich mit ihnen, Sportdirektoren, Familien und Scouts aus und musst auch mal schnell reagieren können. Durch den Deadline Day entsteht besonderer Druck“, sagt Thorsten Burkhardt über die heiße Transferphase.

Der 45-Jährige war einst Spieler und wechselte nach der Karriere die Seite. Als Spielerberater kümmert er sich um diverse Belange der Kicker. Das gilt auch für Philipp Mirtl. Der Salzburger arbeitet mit Burkhardt für die Agentur „Gersh“, einen globalen Player, bei dem Thomas Böhm als Geschäftsführer fungiert. Gemeinsam mit einigen Kollegen betreuen sie u. a. die Ex-Salzburger Noah Okafor und Nicolas Seiwald, aktuelle Bullen wie Niki Veratschnig und Chris Zawieschitzky oder auch die Brüder Matthias und Simon Seidl.

Das Wichtigste für sie: „Der Spieler muss von seiner Entscheidung überzeugt sein“, betonen die beiden mit einer FIFA-Lizenz ausgestatteten Berater unisono. Ganz gleich, ob er bei einem Klub bleibt oder eine neue Herausforderung annimmt. Was viele unterschätzen: Ihr Job ist ungemein intensiv, Abschaltphasen gibt es kaum. Selbst im Urlaub ist das Handy permanent dabei für den Fall, dass ein Spieler Hilfe benötigt. „Für mich ist das aber keine Belastung“, ist Jung-Papa Mirtl dennoch Feuer und Flamme für seinen Beruf. Burkhardt ergänzt, dass die nötige Akzeptanz der Familie notwendig sei. „Wenn du mit den Kindern in den Freizeitpark gehst und einen Anruf kriegst – was willst du machen“, grinst er. Bei den beiden ist klar: Sie heben ab!

Ob es auch etwas gibt, das sie nervt? „Mir fällt nix ein“, antwortet Mirtl. Burkhardt spricht einen Punkt an: „Spielerberater haben keinen guten Ruf. Das hat sich die Branche auch selbst zuzuschreiben. Wichtig ist allerdings, nicht alle über einen Kamm zu scheren.“

Wer glaubt, dass der Stress nach Ende des Transferfensters nachlässt, irrt indes. „Mittwoch war ich bei einem Spiel, Donnerstag auch. Jetzt bin ich am Weg nach Stuttgart und Samstag sehe ich Bayern gegen Schalke“, sagt Burkhardt. „Die Arbeit geht immer weiter.“

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