Til Schweiger hätte der prominente Filmpartner des Salzburgers Vinzenz Wagner sein sollen. Doch der Deutsche konnte das Engagement kurzfristig nicht wahrnehmen. Zum Ärger der Produktion, aber zur Freude von Wagner: Denn jetzt gehört die Leinwand und die Aufmerksamkeit dem jungen Salzburger Schauspieler (fast) alleine.
Den Zenit seiner Karriere hat der deutsche Hollywoodstar Til Schweiger schon länger überschritten. Sein rauer Umgangston gegenüber Kollegen und eine gesundheitlich bedingte Pause machten dem Filmstar die letzten Jahre über zu schaffen. Dass Schweiger nicht mehr alle Engagements wie geplant wahrnehmen konnte, spielte einem Salzburger in die Karten: Schauspieler Vinzenz Wagner (35) hätte im internationalen Kinodrama „Hanna“ mit Schweiger im Duo vor der Kamera stehen sollen. Doch Schweiger fiel kurzerhand aus und überließ somit Wagner alleine die Bühne.
„Ich war über die Anfrage überrascht, weil es eine russische Produktion ist. Alleine die Ein- und Anreise zum Filmset waren abenteuerlich unter den derzeitigen Bedingungen“, so Vinzenz Wagner.
Nächstes Jahr ist die Veröffentlichung des Filmes geplant. „Hanna“ erzählt aus der Perspektive eines jungen Mädchens, das während des Zweiten Weltkriegs von seinen Eltern getrennt wird und in ein Konzentrationslager kommt. Wagner spielt darin einen düsteren SS-Offizier.
„Eine Figur wie Günter Schulz zu spielen, verlangt eine völlig andere Herangehensweise als an viele meiner bisherigen Rollen. Mich hat interessiert, wie man einen Menschen verkörpert, dessen Handlungen man selbst zutiefst ablehnt, ohne die Figur als Schauspieler nur eindimensional darzustellen“, erklärt der Salzburger der „Krone“.
Ehemaliger Europameister im Breakdance
Das düstere Genre hat Wagner aber nicht ausschließlich gepachtet. Am Sonntag flimmert er in der romantischen ZDF-Reihe „Rosamunde Pilcher“ über die TV-Schirme. Begonnen hat der Salzburger seine Karriere überhaupt mit Breakdance. Mit nur 15 Jahren wurde er Europameister. Über den Tanz führte sein Weg schließlich vor die Kamera. Als Quereinsteiger und Autodidakt wurde der 35-Jährige 2013 für den ORF-Kinofilm „Rise Up and Dance“ entdeckt und fand so zur Schauspielerei. „Die Vielseitigkeit dieses Berufs hat mich fasziniert.“
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