Nach der Eröffnung der Ausstellung im kanadischen Québec sprachen Karl Habsburg-Lothringen und Ehefrau Christian im „Krone“-Interview (siehe auch Video unten) unter anderem über den weiteren Verbleib des sagenumwobenen Familienschatzes.
Über 80 Jahre lang war der sagenumwobene Schatz der Familie Habsburg verschollen und galt als verloren geglaubt. Regelrechte Krimis rankten sich um den Verbleib der Schmuckstücke, die pekuniär nicht erfassbar scheinen. Ideell schon gar nicht – immerhin erzählt jedes einzelne Stück davon ein Kapitel europäischer Geschichte. Umso größer war das Raunen, als sie plötzlich aufgetaucht waren. Kaiserin Zita hatte sie nach dem Ende der Ersten Weltkrieges, in einem Köfferchen und mit sieben Kindern an der Hand, nach Kanada gebracht. Um genau zu sein, nach Québec.
Was die Habsburger mit Kanada verbindet
Insgesamt waren es 15 Exponate, vom weltberühmten Florentiner mit seinen über 137 Karat, bis hin zu einer Taschenuhr von Marie Antoinette. Während in Österreich, durch den Interventionsversuch von Vizekanzler Andreas Babler, den Schmuck in die Republik zurückzuführen, bis dato fehlgeschlagen ist, feiern die Kanadier jetzt besagten Millionenschatz – und die Habsburger feierten mit.
Karl Habsburg-Lothringen und Ehefrau Christian waren als Ehrengäste bei der Eröffnung der Ausstellung „Hidden Treasure: A Century of Mystery“ im Musée national des beaux-arts du Québec dabei. Das Medieninteresse war groß, immerhin wissen die Kanadier genau, wer ihnen hier die Ehre gab. Denn Zitas fast zehnjähriges Dasein im kanadischen Exil (von 1940 bis 1950) entfacht bis heute seine Strahlkraft. „Sie hat damals sogar ein Klavier an eine Schule verschenkt, das bis heute bespielt wird“, erzählt ein kanadischer Reporter der „Krone“, die die Habsburger bei dieser Veranstaltung begleitete.
„Zita, was für eine Frau!“
„Sie war eine unglaublich starke Frau. Eine von jener Sorte, wie es sie heute wahrscheinlich so nicht mehr gibt. Natürlich war sie geprägt durch die Kriege, die sie erlebt hat, aber darüber hinaus, muss sie eine unglaubliche Kraft gehabt haben“, so Christian Habsburg-Lothringen, sichtlich überwältigt vom Gezeigten. Unter den insgesamt 15 Exponaten, die allesamt in einem streng abgesicherten Raum gezeigt werden, in dem keine Fotos erlaubt sind, hat es ihr die Taschenuhr von Marie Antoinette besonders angetan. Und Karl Habsburg (das ganze Interview sehen Sie hier in der Story)? „Ich habe das Gefühl, dass wir den Wünschen meiner Großmutter nachgekommen sind“, sagt er und räumt ein, dass Québec nach Jahren der Verfolgung, „der sichere Hafen“, für sie gewesen sei.
„Krone“-Adabei Norman Schenz traf Karl Habsburg-Lothringen zum Interview in Kanada – hier das Video:
Zita (sie starb 1989) war es auch, die den Schatz in Kanada versteckte und verfügte, dass frühestens zum 100. Todestag ihres Mannes, Karl I., deren Existenz preisgegeben werden dürfe. Das Geheimnis hielt, über Generationen, bis Karl Habsburgs Cousins, Erzherzog Simeon von Österreich und Lorenz Habsburg-Lothringen ihm die „frohe“ Kunde überbrachten. „Umso größer ist unsere Freude, dass die Menschen es so positiv hier annehmen. Denn die Geschichte ist abenteuerlich und wahr: Zita brachte den Schmuck in einem bescheidenen Köfferchen (Anm.: Auch der ist in der Schau zu sehen) mit.“ Der Rest ist nun schmucke Geschichte, eine Stiftung, der sogenannte Trust, hütet den Schatz der Habsburger und auch der Staat Kanada hält seine Hand darüber.
Wo sind die Juwelen in 80 Jahren?
Stellten wir uns, und somit gleichzeitig Karl Habsburg-Lothringen zuletzt die Frage, ob denn nicht auch wir in Österreich diese Ausstellung jemals bei uns sehen werden dürfen? „Momentan wird einmal in Kanada ausgestellt. Ich glaube auch, dass es noch zu mehr Ausstellungen in Kanada kommen wird. Natürlich ist es eine Entscheidung des Trust und keine Entscheidung von mir, oder meiner Familie (...) im Augenblick bleibt sie jetzt mal hier in Kanada.“
80 Jahre lang galt der Habsburger-Schatz als verschollen. Wo sieht er die Ausstellung, beziehungsweise die Juwelen selbst, in weiteren 80 Jahren? „Ich muss ehrlich sagen, das kann ich nicht beantworten.“ Und wo würde er sie gerne sehen? „Ich würde natürlich gerne sehen, dass diese Objekte einem möglichst breiten Feld zugänglich gemacht werden. Das ist ganz klar. Wir haben jetzt hier den Anfang damit gemacht und werden sehen, wie es damit weitergeht.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.