Der Werbespot von Ausrüster „Callaway“ dauert gerade einmal sechzig Sekunden, doch er hat eine Lawine im Golf ausgelöst. Hoch bezahlte Manager wurden gekündigt, Kooperationen beendet – und auch die PGA-Tour zeigte sich empört. Grund: Ein brutales Tackling gegen eine Frau ...
Beworben wird im Clip der neue Driver von „Callaway“ Golferin Alexis Miestowski will gerade einen Schläger aus der Golftasche ziehen, als ein Mann angerannt kommt und Miestowski zu Boden rammt. Er stellt sich über sie und sagt: „Berühre nicht meinen neuen Driver.“ Gewalt gegen Frauen in einem Werbespot? Der Shitstorm war quasi vorprogrammiert!
Zumal es sich bei dem gewalttätigen Mann auch noch um Garrett Clark handelt. Er ist Mitgründer von „Good-Good“ – einem YouTube-Format, das zu den wichtigsten Playern in der Branche zählt und im Vorjahr 45 Millionen Dollar Investorengelder lukriert hat – vor allem durch Kooperationen und Merchandising wie eben mit Callaway. Doch das ist nach dem Shitstorm Geschichte!
Sogar bekennende Fans von „Callaway“ warfen der Marke vor, mit diesem Film Gewalt gegen Frauen absichtlich zu verharmlosen, weshalb der Spot auch bald wieder zurückgezogen wurde. Ja, sogar einen Boykottaufruf gibt es. Aber der Schaden war bereits angerichtet.
„Schlimmste Werbung, die Menschheit bekannt ist“
„Wir haben die betreffenden Inhalte entfernt und entschuldigen uns aufrichtig“, heißt es von „Good Good“. CEO Matt Kendrick, der für die Kooperation mit „Callaway“ verantwortlich war, sprach sogar von „der schlimmsten Werbung, die der Menschheit bekannt ist“. Seinen Job konnter er damit aber nicht retten!
Und auch „Callaway“ distanzierte sich von dem Spot und erklärt, der Inhalt sei „unangemessen“ gewesen und entspreche nicht den Werten des Unternehmens. „Unser Prüfungsprozess war nicht umfassend genug“, heißt es. Ja, sogar Brian Rolapp, der CEO der wichtigsten Golftour der Welt sagt: „Was wir gesehen haben, war besorgniserregend und stand eindeutig nicht im Einklang mit den Werten der PGA Tour.“
Ein Skandal mit Folgen
Ein Skandal mit Folgen! Mehrere große Golfhändler haben „Callaway“-Produkte bereits aus dem Sortiment genommen. Darunter auch der US-Handelsriese „Dick‘s Sporting Goods“. Der TV-Sender „Golf Channel“ zog eine von „Good Good“ produzierte Realityshow zurück. „Good Good“ wiederum wird nicht mehr als Hauptsponsor des PGA-Tour-Turniers in Austin auftreten und auch die Zusammenarbeit mit „Callaway“ wurde beendet.
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