Der verloren geglaubte Schatz der Habsburger wurde in Österreich zum Politikum. Doch die Causa dürfte wohl bis auf Weiteres vom Tisch sein. Denn nicht nur, dass sich die Florentiner-Diamanten unter dem Schutz Kanadas befinden, nein, jetzt sind sie auch noch in einer Ausstellung – quasi unter Verschluss. Die „Krone“ begleitet Karl Habsburg bei der Eröffnung in Québec.
Es war 1918, kurz bevor die Regentschaft Kaiser Karl I. endete, als er den Familienschmuck der Habsburger in die Schweiz bringen ließ. Neben zahlreichen, freilich nicht nur historisch kostbaren Geschmeiden, befanden sich darunter auch besonders beachtenswerte Stücke, wie die Diamantkrone von Kaiserin Elisabeth, oder Objekte wie der weltberühmte Florentiner. Danach verlor sich die Spur, viele Mysterien rankten sich um den Verbleib des Schmucks. Wobei sich inzwischen herausstellte, dass es Kaiserin Zita war, die ihn 1940, auf der Flucht vor den Nationalsozialisten, nach Kanada in Sicherheit gebracht hatte.
Habsburger-Schatz unter Schutz
Karl Habsburg, Oberhaupt der Familie, war es, der 2025 – offenbar selbst überrascht – diese Geschichte öffentlich gemacht hatte. Was in der Sogwirkung der Meldung auch die Republik Österreich auf den Plan rief, die unter Vize-Kanzler Andreas Babler prüfen ließ, ob der Schmuck denn nicht dem Staat gehört. Doch die Indizien darauf haben sich bis zuletzt nicht erhärtet und der kanadische Staat hat den „Schatz der Habsburger“ mittlerweile unter seinen Schutz gestellt, was auch der Grund dafür war, dass Habsburg selbst es sich nicht nehmen lässt und die Ausstellung der Florentiner-Diamanten (Titel: Hidden Treasure: A Century of Mystery, bis Jänner 2027 zu sehen) eröffnet.
„Das Musée national des beaux-arts du Québec genießt über die kanadischen Landesgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf und ist aus Sicht der Familie eine sehr gute Wahl für diese Ausstellung“, so Habsburg freudig über die Millionenshow, die den Kanadiern und sämtlichen Interessierten aus aller Welt gezeigt werden kann. Ein sogenannter „Trust“ (eine Art kanadische Stiftung) kümmert sich darum, dass das ermöglicht wird. Es ist jener, dem Habsburgs Großmutter seinerzeit den Schmuck zur Verwahrung und Bewahrung übergeben hatte.
Kaiserin Zita war sich der kulturhistorischen Verantwortung unserer Familie sehr bewusst.
Karl Habsburg
Und weiter sagt er: „Kaiserin Zita war sich der kulturhistorischen Verantwortung unserer Familie sehr bewusst. Es war ihr ein Herzensanliegen, dass der bedeutsame Privatschmuck zur richtigen Zeit wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und gewürdigt wird.“ Habsburgs Dank gilt dabei vor allem dem zuständigen „Verwalter“, dem sogenannten „Trustee“, Andrew Molson. Er hat, „Kaiserin Zitas Wunsch zu Wirklichkeit werden lassen. Für sein Engagement zum Erhalt der Sammlung ist ihm unsere Familie zutiefst verbunden.“
Kommt der Schmuck je „nach Hause“?
Ob die Florentiner-Diamanten jemals wieder den Weg zurück nach „good old Austria“ finden werden, ist aktuell freilich kein Thema. Denn zum jetzigen Zeitpunkt hat der „Trust“ keinen finalen Abschluss der Schauen (ja, richtig gelesen) festgelegt. Denn auch andere Museen in Kanada sollen interessiert sein Edelsteine zu zeigen. Und in Österreich wird weiter darüber diskutiert. . .
Die „Krone“ kann den Enkel des letzten Kaisers, er reiste mit seiner Ehefrau Christian aus deren Heimat Portugal an, nach Québec begleiten und wird ausführlich über die Ausstellungseröffnung berichten.
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