In Salzburg sind vier Fälle dieser Erpresser-Mails bekannt. Beim Öffnen des Anhangs werden die Daten auf dem Rechner verschlüsselt. Die Täter bieten dem Opfer die Übermittlung eines Entschlüsselungscodes gegen Zahlung eines Lösegeldes von 400 Euro mittels der Digitalwährung Bitcoin oder Prepaid-Zahlungssystemen wie Ukash an.
Man sollte nur dann Mail-Anhänge öffnen, wenn man dem Absender vertraut, raten die Experten des Landeskriminalamtes. Im Vorjahr wurde weltweit 350 Milliarden Euro durch Internetkriminalität umgesetzt.
"Script-Kiddies" greifen Websites an
Ein anderes Problem beschäftigt die IT-Spezialisten der Polizei ebenfalls. Junge "Pseudo-Hacker" liefern sich Wettkämpfe im Internet, welche Gruppe die meisten Internetseiten geknackt hat. Opfer solcher "Script Kiddies" wurde jetzt offenbar der Verein der Salzburger Bergwanderführer.
Die Hacker nennen sich "Tunisian Fallaga Team - Cyber Jihadist". Sie hinterließen einen Text, der unter anderem auf den Nahost-Konflikt hinweist und Muslime als Opfer von Terror darstellt. Am Ende des Textes stand "Hacked by Dr. Lamouchi".
Wer in der Suchmaschine Google den Begriff Fallaga Team eingibt, findet auf Anhieb 30 bis 40 Ergebnisse bis zum Jahr 2012 zurück. "Da sieht man, was weltweit unter dieser Bezeichnung alles geknackt wurde", so Johann Wallner, Leiter des Fachbereichs für Informationstechnologie und Beweissicherung der Polizei Salzburg.
"Profi-Hacker hinterlässt keine Spuren"
Wallner nahm den Angriff der Hacker unter die Lupe und fand Daten-Spuren. "Es wurde relativ einfach gemacht. Das deutet für mich in Richtung Script Kidding hin. Ein hochprofessioneller Hacker hinterlässt keine Spuren." Im Namen des Islamischen Staates (IS) seien in den vergangenen Monaten gezielt Server von großen Konzernen geknackt worden. "Meiner Meinung nach handelt es sich im Fall des Bergwanderführervereins aber nicht um eine Terroristengruppe."
Script Kiddies seien vielfach Selbstdarsteller, von zehn- bis zwölfjährigen Schülern aufwärts, erklärte der Kriminalbeamte. Websites, die größere Sicherheitslücken aufweisen, würden gerne von "Trittbrettfahrern gehackt, die sich spielen", so Wallner. Im Darknet, dem nur über den Anonymisierungsdienst Tor erreichbaren Teil des Internets, könnten die nötigen Werkzeuge gekauft oder gemietet werden, um Server anzugreifen. Der Polizist rät zur Installation eines aktuellen Virenschutzprogrammes.
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