„Die Lage ist ernst“

868.000 Dosen fehlen: Triage bei Grippe-Impfung!

Innenpolitik
03.10.2026 05:00

Triage bei der Influenza-Impfung: Rund 868.000 Dosen könnten statt im Oktober erst Ende November geliefert werden. „Die Lage ist ernst. Aber wir haben vorgesorgt“, erklärt SPÖ-Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig und verweist auf störanfällige Lieferketten. Jetzt wird priorisiert: Kinder und Ältere.

Ausgerechnet vor der früh startenden Grippewelle gerät das öffentliche Impfprogramm ins Stocken: Rund 868.000 Dosen des Impfstoffs Influvac – ein wesentlicher Teil der Gratis-Aktion 2026/27 – kommen nicht, wie vereinbart. Denn der Hersteller kann weder den für Oktober vereinbarten Liefertermin noch die bestellte Menge verbindlich zusagen. Große Mengen könnten erst Ende November in den Ordinationen laden.

SPÖ-Staatssekretärin: „Die Lage ist ernst!“
Bereits vereinbarte Impftermine müssen damit verschoben werden. „Wir reden die Situation nicht schön: Sie ist ernst“, räumt Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) ein. Man habe „die Hausaufgaben gemacht“, die Probleme lägen außerhalb des eigenen Einflussbereichs. Laut dem Hersteller liegt sie bei der Produktion: Die WHO habe für heuer ungewöhnlich viele Bestandteile der Impfstoffe neu festgelegt.

Königsberger-Ludwig zu den Lieferverzögerungen: „Wir haben vorgesorgt!“
Königsberger-Ludwig zu den Lieferverzögerungen: „Wir haben vorgesorgt!“(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Dazu kämen störanfällige Lieferketten, etwa rund um die Straße von Hormuz. „Wir sehen gerade live, wie abhängig Europa bei Arzneimitteln von internationalen Produktions- und Lieferketten ist“, so Königsberger-Ludwig. Brisant ist der Zeitpunkt: Das nationale Referenzlabor der Medizinischen Uni Wien rechnet mit einem ungewöhnlich frühen Beginn der Grippewelle, erste Fälle werden sogar bereits registriert. Und klar ist: Je später der Impfstoff kommt, desto kleiner das Zeitfenster für den Schutz.

Auf EU-Ebene wird bereits darüber beraten, ob bei Impflücken mehr antivirale Medikamente bereitgestellt werden müssen. Entwarnung gibt es zumindest für die Verwundbarsten, weil man bei den Bestellungen nicht nur auf ein Präparat gesetzt hat:

  • Kinder (2 bis 18 Jahre): rund 259.000 Impf-Dosen sind verfügbar
  • Ältere (ab 50): rund 538.000 Impf-Dosen sind verfügbar
  • Säuglinge, Schwangere, Risikopatienten: 100.000 Impf-Dosen sind unterwegs

Kinder- und Seniorenimpfstoffe sollen laut dem Ministerium „rasch verteilt“ werden. Zudem werden Impfstellen angewiesen, keine Dosen zu verplanen, deren Lieferung nicht bestätigt ist.

Rechtliche Schritte gegen Lieferanten in Prüfung
Für andere Impfwillige heißt es: warten. Sobald Lieferungen bestätigt sind, sollen die Impfstellen informiert werden. Für den Lieferanten könnte es teuer werden: Geprüft werden Vertragsstrafen und Schadenersatz.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung