Befürworter einer schnelleren Zugverbindung zwischen Eisenstadt und Wien freuen sich über ein Gerichtsurteil, das dem Projekt grünes Licht gibt. Doch alle behördlichen Hürden sind noch lange nicht gemeistert.
In die Debatte rund um die „Schleife Ebenfurth“ kommt erneut Bewegung. Ausgelöst durch den Verwaltungsgerichtshof, der die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, mit der erteilte Genehmigungen für die Bahnschleife aufgehoben worden sind, gekippt hat. Das Bundesverwaltungsgericht habe bei seiner Aufhebung den Begriff des Gesamtvorhabens inhaltlich rechtswidrig ausgelegt, hieß es in der Erklärung. Demnach wurde den Einsprüchen des Infrastrukturministeriums, der Landesregierungen in Eisenstadt und St. Pölten sowie der ÖBB Recht gegeben. Die Genehmigungen sind somit gültig.
„Urteil der Vernunft für Klimaschutz und Pendler“
Auf der Bahnstrecke zwischen Wien und Eisenstadt fehlt eine Verbindung ohne Wartezeit. Groß ist der Wunsch der Pendler nach einer Lösung – die „Schleife Ebenfurth“ würde in jede Richtung elf Minuten Zeitersparnis bringen, also 22 Minuten pro Tag.
Realistischerweise ist mit einer langen Planungs- und Bauphase zu rechnen, die Erwartungen müssen gedämpft werden.
SPÖ-Bezirksvorsitzender Thomas Hoffmann
„Das aktuelle Urteil zur ,Schleife’ ist eine Entscheidung der Vernunft für Klimaschutz und 15.600 Pendler allein im Bezirk Mattersburg, realistischerweise ist dennoch mit einer langen Planungs- und Bauphase zu rechnen, die Erwartungen müssen gedämpft werden“, gibt SPÖ-Bezirksvorsitzender Thomas Hoffmann, Bürgermeister von Schattendorf, zu bedenken.
Entscheid als „Teilerfolg“
Tatsächlich wird der Gerichtsentscheid von vielen Seiten als „Teilerfolg“ erachtet, die Projektbetreiber sehen sich dennoch in der kniffligen „Zurück an den Start“-Rolle. Etliche Beschwerden und Hürden wie die Querung der Trasse im Natura-2000-Gebiet sind vor dem Bundesverwaltungsgericht noch zu klären – das kann dauern! Die „Schleife“, Teil des Großprojekts zur Attraktivierung der Pottendorfer Linie, wird sich wegen juristischer Verfahren erheblich verzögern.
Die Inbetriebnahme der Bahnschleife ist laut ÖBB-Rahmenplan auf 2032 verschoben. Hoffmann lenkt indessen den Blick gezielt auf schrittweisen Ausbau des Öffi-Netzes im Bezirk Mattersburg wie etwa die laufende Elektrifizierung der Bahnstrecke Loipersbach/Schattendorf in Richtung Wiener Neustadt.
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